07 June 2026, 08:32

50.000 feiern und kämpfen bei Lissabons LGBTI+-Pride gegen konservativen Rollback

"Kein Schweigen, keine Angst": Etwa 50.000 Menschen marschieren in Lissabon für LGBTI-Rechte

50.000 feiern und kämpfen bei Lissabons LGBTI+-Pride gegen konservativen Rollback

Zehntausende versammelten sich in Lissabon zur 27. LGBTI+-Pride-Demo

Am Samstag zogen Zehntausende durch Lissabon, um an der 27. LGBTI+-Pride-Demo teilzunehmen. Unter dem Motto „Kein Schweigen, keine Angst: Wir existieren und wir wehren uns“ versammelten sich rund 50.000 Menschen. Die Veranstalter warnten, dass jüngste politische Verschiebungen hart erkämpfte Rechte bedrohen – darunter das Gesetz 38/2018, das die Geschlechtsidentität und -expression schützt.

Die Demonstration startete um 17 Uhr am Marquês-de-Pombal-Platz und vereinte 17 LGBTI+-, feministische und antirassistische Gruppen in einem Zeichen der Solidarität gegen den wachsenden konservativen Backlash. Die diesjährige Pride-Demo hatte einen dringlicheren Ton als in den Vorjahren. Politiker:innen und Aktivist:innen wiesen auf die zunehmenden Angriffe auf LGBTQIA+-Rechte hin, die von einer radikalisierten Rechten vorangetrieben werden. Paulo Muacho von der Partei Livre betonte die Bedeutung von Sichtbarkeit: „Die Teilnahme an solchen Veranstaltungen ist heute wichtiger denn je.“

Joana Mortágua vom Linksblock teilte diese Sorgen. Sie äußerte sich besorgt über die konservative Wende der Regierung und die mögliche Abschaffung von Schutzmechanismen wie Gesetz 38/2018, das seit 2018 Menschen ermöglicht, ihr Geschlecht ohne medizinische oder juristische Hürden rechtlich ändern zu lassen.

Helder Bértolo, einer der Organisatoren, prognostizierte für 2026 noch größere Teilnehmerzahlen. Er verwies auf die wachsende Unruhe in der Bevölkerung angesichts dessen, was viele als direkte Angriffe auf LGBTI+-Rechte wahrnehmen. Die Demo wurde so zum Symbol des Widerstands – nicht nur für die Community, sondern auch für Familien und Verbündete.

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Für viele Teilnehmende war die Veranstaltung zugleich Feier und Protest. Das Pride-Komitee warnte, dass Jahrzehnte des Fortschritts zunichtegemacht werden könnten, wenn sich die aktuellen politischen Trends fortsetzen. Die Botschaft war klar: Schweigen ist keine Option, wenn Rechte in Gefahr sind.

Die Pride-Demos 2024 und 2025 verzeichneten Rekordteilnahmen – ein Zeichen für die wachsende Besorgnis über die politische Entwicklung. Da Gesetz 38/2018 nun auf dem Spiel steht, fordern Organisatoren und Politiker:innen anhaltenden öffentlichen Druck. Der Kampf um LGBTQIA+-Rechte in Portugal ist noch lange nicht vorbei – Aktivist:innen bereiten sich bereits auf eine noch größere Mobilisierung im nächsten Jahr vor.

Quelle