02 April 2026, 12:39

AfD startet umstrittene "Messer-App" zur Kriminalstatistik in Berlin

Ein schildförmiges Polizeibadge mit der Aufschrift "Polizei Berlin" auf einem blauen Hintergrund, einem weißen Stern und einem weißen Rand, das auf einer Oberfläche platziert ist.

AfD startet umstrittene "Messer-App" zur Kriminalstatistik in Berlin

Die Berliner Landesverbands der rechtspopulistischen Partei Alternative für Deutschland (AfD) hat eine Kampagne gestartet, um auf die steigende Messergewalt in der Hauptstadt aufmerksam zu machen. Mit einer neu veröffentlichten "Messer-App" behauptet die Partei, Lücken in der offiziellen Kriminalstatistik aufzudecken und mehr Transparenz zu fordern.

Der Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Polizeistatistiken, die für das Jahr 2024 insgesamt 3.412 Messerangriffe verzeichnen – ein Anstieg um 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig nahm auch die Schusswaffenkriminalität zu: 2025 stieg die Zahl der Waffenstraftaten um 68 Prozent.

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Die "Messer-App" der AfD zeigt polizeilich erfasste Vorfälle an, darunter Verletzungen sowie eine interaktive Karte mit den Tatorten. Parteivertreter argumentieren, dass das Tool die regierende Koalition zwingen werde, weitere Daten offenzulegen – etwa die Nationalitäten der Tatverdächtigen. Berlin bleibt eines der wenigen Bundesländer, das solche Informationen nicht veröffentlicht.

Die Fraktionsvorsitzende der AfD, Kristin Brinker, warf der Koalition vor, bei der Aufarbeitung gewalttätiger Straftaten an Transparenz mangeln zu lassen. Die Partei verglich zudem polizeilich dokumentierte Einsätze mit den offiziellen Kriminalstatistiken und deckte dabei erhebliche Abweichungen auf. Die verfügbaren Daten enthalten jedoch weder die Gesamtzahl der Verurteilungen noch Details jenseits eines prominenten Falls – der Verurteilung eines syrischen Staatsbürgers wegen versuchten Mordes am Holocaust-Mahnmal im März 2026.

Kritik an der Vorgehensweise der AfD ließ nicht lange auf sich warten. Die Linksfraktion verurteilte die Initiative als Angstmache, die Hass gegen Migranten schüre. Trotz der Gegenwehr beharrt die AfD darauf, dass ihre Kampagne das öffentliche Bewusstsein für Messergewalt vor den anstehenden Wahlen schärfen werde.

Mit der Forderung nach mehr Transparenz hat die AfD das Thema Messerattacken in den Mittelpunkt der Berliner Politik gerückt. Angesichts der stetig steigenden Fallzahlen dient die App der Partei nun als Instrument zur Erfassung der Vorfälle.

Der Streit um die Offenlegung von Kriminaldaten dürfte anhalten, während sowohl Befürworter als auch Kritiker darüber diskutieren, wie mit solchen Informationen umgegangen werden soll.

Quelle