AfD zerrissen: Machtkampf um USA-Truppen und außenpolitische Ausrichtung
Ida BlochAfD zerrissen: Machtkampf um USA-Truppen und außenpolitische Ausrichtung
Ein erbitterter Streit über die Außenpolitik spaltet die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD). Die Partei ist nun zerrissen zwischen Befürwortern engerer Bindungen an die USA und einer Fraktion, die den Abzug der amerikanischen Truppen fordert. Aktuelle Auseinandersetzungen haben tiefe Gräben offenbart und Sorgen vor einer möglichen Spaltung geschürt.
Die Konflikte verschärften sich, nachdem Tino Chrupalla, einer der beiden AfD-Vorsitzenden, den Abzug der US-Truppen aus Deutschland gefordert hatte. Seine Haltung löste umgehend Widerspruch innerhalb der Partei aus. Maximilian Krah, AfD-Bundestagsabgeordneter, widersprach Chrupalla öffentlich und betonte, Deutschland brauche "starke Partner" wie die USA.
Auch Rüdiger Lucassen, der verteidigungspolitische Sprecher der AfD, gerät wegen seiner westfreundlichen Position unter Druck. Er wirft der prorussischen Fraktion um Björn Höcke vor, ihn aus seinem Amt drängen zu wollen. Lucassens klare Unterstützung für die NATO und seine Warnungen vor Russland als größte Bedrohung für die östliche Flanke des Bündnisses haben ihn zum Ziel von Angriffen gemacht.
Ein weiterer Zündstoff entstand, als der AfD-Verteidigungsexperte Hannes Gnauck eine Pressemitteilung verfasste, die im Iran-Konflikt die USA unterstützte. Die Parteiführung blockierte deren Veröffentlichung – was die Spannungen weiter anheizte. Zudem belastet die AfD ihre Weigerung, sich von Martin Sellners umstrittenem "Remigrations"-Plan zu distanzieren, der selbst deutsche Staatsbürger einschließt.
Maximilian Krah argumentiert, dass die extremen Positionen der AfD in Innen- und Außenpolitik die politische Isolation der Partei nur noch verstärkt hätten, die ihr von anderen Parteien auferlegt werde.
Die AfD steht nun vor wachsender innerparteilicher Zerrissenheit über ihren außenpolitischen Kurs. Während ein Flügel für engere Beziehungen zu den USA wirbt, drängt der andere auf den Truppenzug. Die Unfähigkeit der Führung, diese Konflikte zu lösen oder sich von polarisierenden Figuren zu distanzieren, hat die AfD in eine prekäre Lage gebracht.






