13 June 2026, 12:19

Aktivistin spendet Weimers umstrittenen Debütgedichtband an Nationalbibliothek

"Pilzdeckel" für alle

Aktivistin spendet Weimers umstrittenen Debütgedichtband an Nationalbibliothek

Die Aktivistin Martha Root hat ein Exemplar des Debütgedichtbands Kopfpilz von Kulturminister Wolfram Weimer an die Deutsche Nationalbibliothek gespendet. Diese Geste erfolgt trotz Weimers Entscheidung im März, den Ausbau der Bibliothek auszusetzen – eine Maßnahme, die sein Ministerium später als „Moratorium“ bezeichnete.

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Roots Spende ist Teil einer größeren Initiative, um Weimers frühes Werk in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Sie stellte eine digitalisierte Version von Kopfpilz auf Archive.org zum kostenlosen Download bereit. Der Band enthält Gedichte wie Vorfreude und Unglück, die Root als plump und geschmacklos kritisiert.

Ihre Argumentation: Weimers Schweigen zu seinen früheren Texten sei problematisch, insbesondere in seiner Rolle als Kulturminister. Root betont, dass es ihr nicht um persönliche Angriffe gehe, sondern um eine gesellschaftliche Debatte über kulturelle Werte. Zudem plant sie, ein physisches Exemplar des Buches zu versteigern – der Erlös soll der Initiative Lesen Hilft zugutekommen.

Bekanntheit erlangte Root bereits im Dezember 2022, als sie die rechtsextreme Dating-Plattform White Date infiltrierte. Den Gedichtband sieht sie weniger als Angriff auf Weimer, sondern als Chance für ein gemeinsames Fundraising.

Die Spende und Versteigerung sollen die Leseförderung durch Lesen Hilft unterstützen. Die digitale Version bleibt online abrufbar. Roots Aktion hat bereits Diskussionen über Verantwortung und kulturelle Maßstäbe im öffentlichen Amt angestoßen.

Quelle