Alma Hasun begeistert Wien mit zwei atemberaubenden Monolog-Marathons
Madlen ScholzAlma Hasun begeistert Wien mit zwei atemberaubenden Monolog-Marathons
Die Schauspielerin Alma Hasun hat für zwei anspruchsvolle Monolog-Aufführungen in Wien höchstes Lob geerntet. Beide Stücke dauerten jeweils über zwei Stunden und zeigten ihr breites Spektrum in völlig unterschiedlichen Rollen. Kritiker feierten ihre Fähigkeit, das Publikum mit Intensität und emotionaler Tiefe in den Bann zu ziehen.
Im Otto-Wagner-Areal in Wien-Penzing stand Hasun in Ganymed Areal auf der Bühne – ein dreistündiger Monolog im raumbezogenen Stationentheater. Sie verkörperte eine Pianistin, die die Fähigkeit zu spielen verloren hat, und lieferte eine Darstellung, die beim Publikum tiefen Widerhall fand. Die Rolle verlangte sowohl körperliche als auch emotionale Ausdauer, nicht zuletzt wegen ihrer ununterbrochenen Länge.
Nur zwei Tage später folgte ihr Auftritt in den Kammerspielen Wien mit Sophia oder Das Ende der Humanisten. In diesem zweieinhalbstündigen Monolog spielte Hasun eine Tochter, die plant, die erloschene Romanze ihrer Eltern wiederzubeleben. Die Matinee begann um 15 Uhr, doch ihre Energie ließ nie nach.
Hasuns Verbindung zur russischen Literatur ist tief verwurzelt. Sie trat bereits in Tschechows Onkel Wanja im Theater in der Josefstadt auf und nennt Der dumme Franzose aus Er und Sie als ihre Lieblingsgeschichte des Autors. Über das Theater hinaus sprach sie über den prägenden Einfluss von Margot Friedländers Memoiren Versuch, dein Leben zu machen, die sie zutiefst berührten.
Die beiden aufeinanderfolgenden Monologe bestätigten Hasuns Ruf als furchtlose Darstellerin. Ihre Fähigkeit, derart lange, emotional komplexe Rollen durchzuhalten, hat ihren Platz in der Wiener Theaterszene gefestigt. Publikum und Kritik sind sich einig in ihrer Anerkennung für ihr Engagement und ihr Können.






