05 June 2026, 13:14

Anonymer Brief erschüttert Städtisches Theater Fürth: Toxisches Klima oder gezielte Kampagne?

Anonymes Schreiben im Fürther Stadttheater: Unterstützung für Intendantin Stolz von innen

Anonymer Brief erschüttert Städtisches Theater Fürth: Toxisches Klima oder gezielte Kampagne?

Ein anonymer Brief hat am Städtischen Theater Fürth für Unruhe gesorgt. Darin wird der künstlerischen Leiterin, Dr. Silvia Stolz, vorgeworfen, ein toxisches Arbeitsklima zu fördern. Das undatierte und unterzeichnerlose Schreiben behauptet, im Namen von 25 Mitarbeitenden zu sprechen, hat unter den Beschäftigten und Verantwortlichen jedoch unterschiedliche Reaktionen ausgelöst.

Das Theater, das derzeit die Premiere einer neuen Produktion vorbereitet, verzeichnet unter Stolz’ Führung starke Besucherzahlen: In der Spielzeit 2024/2025 wurden über 100.000 Gäste gezählt und 95.000 Karten verkauft. Der Brief beschreibt hingegen eine von Angst, Misstrauen und psychischem Druck geprägte Arbeitsatmosphäre unter Stolz’ Leitung – räumt aber gleichzeitig die jüngsten Erfolge des Hauses ein.

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Der Dramaturg Udo Eidinger wies die Vorwürfe zurück und argumentierte, die Anonymität des Schreibens mache eine Überprüfung der Behauptungen unmöglich. Solche Kritik solle seiner Meinung nach in direkten Gesprächen vorgebracht werden, statt durch öffentliche Anschuldigungen. Eidinger verwies zudem darauf, dass ähnliche anonyme Schreiben bereits an anderen Theatern aufgetaucht seien, was darauf hindeute, dass es sich nicht um ein Fürth-spezifisches Problem handeln könnte.

Unterdessen verteidigte der Theateraufsichtsratsvorsitzende Maurice Schönleben (SPD) Stolz und lobte ihre Führung seit 2023. Sie sei die richtige Person, um die laufende Transformation der Institution weiter voranzutreiben. Eidinger, der zwar die Methode des Briefes kritisierte, erkannte Stolz’ Verdienste an – etwa die Stärkung der regionalen Verankerung des Theaters und die Verbesserung der Barrierefreiheit. Gleichzeitig stellte er infrage, ob das Schreiben tatsächlich die Meinung aller 25 genannten Mitarbeitenden widerspiegle.

Trotz der Kontroverse laufen die Vorbereitungen für die anstehende Premiere weiter; viele Beschäftigte konzentrieren sich weiterhin auf ihre Arbeit. Der Streit offenbart die Spannungen zwischen Leitung und Belegschaft am Städtischen Theater Fürth. Während Stolz’ Unterstützer auf Rekordbesucherzahlen und künstlerische Fortschritte verweisen, steht das Haus nun vor der Herausforderung, interne Konflikte zu bewältigen, ohne den erreichten Schwung zu verlieren. Die Vorwürfe aus dem anonymen Brief bleiben unverifiziert – die Lage damit vorerst ungeklärt.

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