23 May 2026, 16:33

Antifeministische Angriffe auf Gleichstellungsarbeit erreichen neuen Höchststand in Deutschland

"Ich bin ein einsamer Krieger"

Antifeministische Angriffe auf Gleichstellungsarbeit erreichen neuen Höchststand in Deutschland

Antifeministische Angriffe nehmen in ganz Deutschland zu – Gleichstellungsarbeit und öffentliche Kampagnen geraten ins Visier

Allein im Jahr 2024 wurden 558 Vorfälle registriert – im Schnitt fast zehn pro Woche. Die zunehmende Feindseligkeit setzt viele Gleichstellungsbeauftragte Bedrohungen, Vandalismus und politischer Gleichgültigkeit aus.

Eine aktuelle Umfrage unter 350 Gleichstellungsbeauftragten offenbart das Ausmaß der Problematik: Über 60 Prozent berichteten von antifeministischen Angriffen auf ihre Arbeit, 40 Prozent waren in den vergangenen zwei Jahren sogar mehrfach betroffen. Eine Beauftragte aus Baden-Württemberg schilderte, wie rechtsextreme Aktivist:innen nach einem öffentlichen Statement vor ihrer Haustür aufgetaucht seien.

Auch öffentliche Symbole der Gleichstellung geraten zunehmend unter Beschuss. Orangefarbene Bänke, Teil der UN-Kampagne Orange the World gegen geschlechtsspezifische Gewalt, wurden in mehreren Städten beschädigt. In Osnabrück wurde eine Bank mit Hakenkreuzen und Parolen beschmiert, in Wiesbaden verschwand eine komplett. In Annweiler am Trifels (Rheinland-Pfalz) wurde der Kampagnenslogan sogar so verfälscht, dass er Gewalt gegen Frauen verherrlichte.

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Beim Kongress der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) in Lübeck trafen sich die Beauftragten unter dem Motto „Kurs halten in antifeministischen Gewässern“. Sie diskutierten Strategien gegen die wachsende Bewegung und betonten die Notwendigkeit von Vernetzung, Austausch und stärkeren Bündnissen. Doch politische Rückendeckung bleibt schwach: Die Bundesfrauenministerin sagte ihre Teilnahme kurzfristig ab – ein Symbol für die mangelnde institutionelle Unterstützung.

Gleichstellungsbeauftragte sehen sich mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert: Kürzungen der Budgets, offene Feindseligkeit und sogar körperliche Bedrohungen. Die Angriffe auf ihre Arbeit sind längst kein vereinzeltes Phänomen mehr, sondern Teil einer zunehmend organisierten Bewegung, die Frauen- und Queerrechte im Rahmen einer weiteren politischen Agenda ablehnt.

Die Welle antifeministischer Vorfälle ebbt nicht ab. Die Beauftragten arbeiten unter Druck weiter – gestützt auf Solidarität und gemeinsame Strategien, um sich zur Wehr zu setzen. Ohne stärkeren politischen Rückenwind bleibt ihr Kampf gegen Diskriminierung und Gewalt jedoch ein steiniger Weg.

Quelle