Brandenburg kämpft gegen Rechnungen für Rettungsfahrten – wer zahlt die Notfallkosten?
Madlen ScholzBrandenburg kämpft gegen Rechnungen für Rettungsfahrten – wer zahlt die Notfallkosten?
Die Landesregierung Brandenburgs arbeitet daran, zu verhindern, dass Bürgerinnen und Bürger in Notfällen Rechnungen für Rettungsfahrten erhalten. Derzeit laufen Verhandlungen zwischen Kommunen, Krankenkassen und dem Ministerium, um die Kosten für Notfalltransporte und sogenannte „Fehleinsätze“ in den Griff zu bekommen.
Einige Landkreise in Brandenburg hatten bereits angekündigt, Patienten Gebühren für Rettungstransporte in Rechnung zu stellen. Der Landkreis Märkisch-Oderland drohte sogar, im Jahr 2025 rund 2.000 Menschen für Notrufe ohne anschließenden Transport aufgrund einer Finanzlücke von 2,2 Millionen Euro zu belasten. Die Städte Cottbus und Dahme-Spreewald haben inzwischen jedoch Vereinbarungen getroffen, um diese geplanten Kosten zu vermeiden.
Gesundheitsminister René Wilke (SPD) äußerte die Hoffnung, dass Rechnungen für Notfalltransporte vollständig vermieden werden können. Er setzt sich dafür ein, das bestehende gesetzliche Kostenmodell durch ein verhandlungsbasiertes System zu ersetzen. Der Verband der Ersatzkassen unterstützt diesen Schritt und argumentiert, dass dies die Transparenz bei der Berechnung der Rettungsdienstkosten erhöhen würde.
Auch in Nordrhein-Westfalen entbrennt eine ähnliche Debatte. Die Landesregierung hat die Kommunen aufgefordert, ein Angebot der Krankenkassen anzunehmen, das bis zu die Hälfte der Kosten für Einsätze ohne Transport übernehmen soll. Unterdessen wirft die SPD im Landtag der Regierung vor, sie gebe „dem Erpressungsversuch der Kassen nach“.
Die Brandenburgische Landesregierung sucht weiterhin nach einer Lösung, um zu verhindern, dass Bürger mit Rechnungen für Notfalltransporte konfrontiert werden. Minister Wilke kann einen Erfolg zwar noch nicht garantieren, bleibt aber einem verhandelten Ansatz verpflichtet. Das Ergebnis hängt von den weiteren Gesprächen zwischen allen Beteiligten ab.






