17 June 2026, 17:09

Bremer Buchhandlung scheitert am Deutschen Buchhandlungspreis wegen provokanter Fassade

Ein Schaufenster für Prinz Weimar

Bremer Buchhandlung scheitert am Deutschen Buchhandlungspreis wegen provokanter Fassade

Die Bremer Buchhandlung Golden Shop hat die Chance auf einen mit 15.000 Euro dotierten Preis verspielt. Der Ausschluss vom Deutschen Buchhandlungspreis 2026 folgt auf eine umstrittene Fassadengestaltung. Die Inhaberin Ausma Zvidrina hatte das Schaufenster mit einem Porträt von Kulturminister Wolfram Weimer und seinen Büchern dekoriert.

Sechs Personen brachten ein großes Stofftransparent an der Giebelwand des Golden Shop an. Es ersetzte den bisherigen Spruch „Deutschland verrecke bitte“. Die neue Installation zeigte zudem Zitate Weimers, darunter „Das ist überhaupt nicht als Kulturkampf gemeint“ und „Das Konventionelle ist die neue Avantgarde“.

Im Schaufenster stand außerdem eine Flasche Sekt mit einem individuellen Etikett – darauf Weimers Konterfei und die Aufschrift „Fürst von Weimer“. Trotz der ironischen Huldigung kündigte Zvidrina an, Weimers Werke nicht zu führen, und bezeichnete sie als „Müll“.

Mittlerweile bietet die Buchhandlung Tassen mit dem Aufdruck „Golden Shop – Empfohlen vom Verfassungsschutz“ an. In einem begleitenden Artikel wurde zudem ein Gedicht aus Weimers Debütband „Unglück“ zitiert – versehen mit einer Inhaltswarnung.

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Ursprünglich sollte der Golden Shop als „herausragende Buchhandlung“ mit 15.000 Euro ausgezeichnet werden. Doch die provokanten Entscheidungen führten zum Ausschluss vom Preis. Die Umgestaltung des Ladens und öffentliche Stellungnahmen sorgten für erhebliche Aufmerksamkeit.

Quelle