23 May 2026, 22:37

Bundesregierung verlängert Microsoft-Vertrag trotz Kritik und steigender Kosten

Regierung setzt weiter auf Microsoft

Bundesregierung verlängert Microsoft-Vertrag trotz Kritik und steigender Kosten

Die deutsche Bundesregierung hat ihren Rahmenvertrag mit Microsoft bis zum 30. Juni 2027 verlängert. Diese Entscheidung fällt trotz Kritik aus dem Parlament und steigender Kosten für Microsoft-365-Produkte. Der Vertrag, der ursprünglich Mitte 2026 hätte auslaufen können, gilt nun unter unveränderten Bedingungen für ein weiteres Jahr.

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Das ursprüngliche Abkommen ermöglichte Bundesbehörden eine einfachere Nutzung von Microsoft-Software, verpflichtete sie jedoch nicht dazu. Allein im Jahr 2021 gaben diese Behörden und Fördermittelempfänger fast 500 Millionen Euro für Microsoft-Produkte aus. Unklar bleibt jedoch die Gesamtausgabe deutscher Stellen für US-Technologiekonzerne, da die Zahlen von Landes- und Kommunalverwaltungen nicht erfasst sind.

Ab Juli 2026 steigen die Kosten für Microsoft 365 im öffentlichen Sektor um bis zu 13 Prozent. Trotz dieser Preiserhöhung entschied sich die Regierung für eine Verlängerung des Vertrags ohne Neuverhandlung der Konditionen. Rebecca Lenhard, die digitalpolitische Sprecherin der Grünen, übt scharfe Kritik an diesem Schritt. Sie argumentiert, dass das Vertragsende eine Gelegenheit geboten hätte, die Abhängigkeit von US-Technologieriesen zu verringern und stattdessen auf europäische oder Open-Source-Alternativen zu setzen.

Andere europäische Länder sind hier bereits vorangeschritten. Frankreich etwa hat Fortschritte bei der Umstellung von Behörden auf alternative Software und Dienste erzielt. Lenhards Äußerungen spiegeln eine grundsätzliche Debatte über digitale Souveränität und die langfristigen Kosten der Abhängigkeit von ausländischen Technologieanbietern wider.

Die Verlängerung des Vertrags sichert deutschen Bundesbehörden den Zugang zu Microsoft-Produkten für ein weiteres Jahr. Zwar behält die Regierung Flexibilität bei der Softwareauswahl, doch die Entscheidung zementiert höhere Preise ohne unmittelbare Änderungen. Gleichzeitig verzögert sie mögliche Initiativen, nicht-US-amerikanische Alternativen für den Technologiebedarf des öffentlichen Sektors zu prüfen.

Quelle