DAX erholt sich trotz schwacher Konjunktur und Iran-Krise leicht
Deutschlands DAX-Index verzeichnet spürbare Erholung in jüngsten Handelssitzungen
Die Aufwärtsbewegung folgt auf Wochen wirtschaftlicher Skepsis und geopolitischer Spannungen. Eine mögliche Entspannung im Iran-Konflikt hat zudem das Anlegervertrauen gestärkt – trotz anhaltender Sorgen um die wirtschaftliche Entwicklung des Landes.
Der DAX hatte einen holprigen Start ins Jahr 2026: Seit Januar verlor er rund 8 %. Dennoch haben mehrere Großkonzerne groß angelegte Aktienrückkaufprogramme gestartet, um ihre Kurse zu stützen. SAP geht mit einem Volumen von 10 Mrd. Euro voran, während Deutsche Post, Siemens und Siemens Energy jeweils 6 Mrd. Euro für Rückkäufe einplanen. Die Münchener Rück stellt 2,25 Mrd. Euro bereit, die Deutsche Börse will 2025 und 2026 jährlich 500 Mio. Euro investieren. Auch Mercedes-Benz und die Deutsche Telekom beteiligen sich – die Gesamtvolumen der Rückkäufe erreichen damit historische Höhen.
Trotz dieser Maßnahmen hat sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft weiter eingetrübt. Der ifo-Geschäftsklimaindex zeigt verschlechterte Erwartungen in zahlreichen Branchen. Unternehmen blicken zunehmend pessimistisch auf ihre eigenen Aussichten in den kommenden Monaten. Die Zuspitzung des Iran-Konflikts belastete das Vertrauen zusätzlich, bevor sich die Lage jüngst etwas entspannte.
Ein US-Vorschlag zur Deeskalation hat nun vorsichtigen Optimismus unter Anlegern ausgelöst. Die Aussicht auf geringere Spannungen verbessert die Risikobereitschaft und hilft dem DAX, sich von früheren Verlusten zu erholen. Dennoch bleibt der Index zwischen wirtschaftlicher Schwäche und politischer Unsicherheit gefangen.
Die Rückkaufprogramme wirken zwar als Puffer gegen den allgemeinen Abwärtstrend. Eine klare Outperformance der beteiligten Unternehmen ist in den vergangenen drei Monaten jedoch ausgeblieben.
Die Erholung des DAX spiegelt eine Mischung aus Unternehmensmaßnahmen und geopolitischen Entwicklungen wider. Die Aktienrückkäufe haben ein beispielloses Ausmaß erreicht und bieten inmitten der wirtschaftlichen Düsternis etwas Stabilität. Während die US-Initiative zur Deeskalation im Iran die Märkte stützt, bleibt die deutsche Konjunkturperspektive fragil.






