Demokratie-Programm Demokratie leben! vor radikaler Reform – Kultureinrichtungen in Not
Gunda JopichDemokratie-Programm Demokratie leben! vor radikaler Reform – Kultureinrichtungen in Not
Geplante Reform des Bundesprogramms Demokratie leben! löst breite Besorgnis aus
Die geplante Neugestaltung des Bundesprogramms Demokratie leben! hat weitreichende Alarmstimmung ausgelöst. Die Änderungen bedrohen die Finanzierung zentraler Organisationen – darunter das Anne-Frank-Bildungszentrum, dem bis Jahresende abrupt 425.000 Euro gestrichen werden könnten. Kritiker warnen, die Umstrukturierung könnte essenzielle Strukturen der Demokratiebildung und Extremismusprävention zerstören.
Das Programm Demokratie leben! wurde 2014 mit einem jährlichen Budget von rund 190 Millionen Euro ins Leben gerufen. Sein Ziel war die Förderung demokratischer Werte, digitaler Bildung und der Bekämpfung von Extremismus. Das Anne-Frank-Bildungszentrum, Teil des Bündnisses gegen Antisemitismus, stützte sich jahrelang auf diese Mittel. Zu seinen Aufgaben gehören die Beobachtung von Antisemitismus im Netz sowie die Entwicklung von Schulprogrammen.
Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) begründet die Reform nun mit mangelnder Wirksamkeit des Programms. Künftig solle die Förderung stärker auf digitale Demokratiebildung, Extremismusprävention und institutionelle Rahmenbedingungen ausgerichtet werden. Doch die Änderungen zwingen Einrichtungen wie das Anne-Frank-Zentrum, sich unter neuen Kriterien neu zu bewerben – ohne Garantie auf weitere Unterstützung.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) verurteilte den Schritt scharf und warnte vor schweren Folgen für Schulen und Jugendarbeit. Oppositionsparteien und Trägerorganisationen teilen diese Bedenken und befürchten das Scheitern langjähriger Initiativen. Die rechtspopulistische AfD hingegen lobte die Reformen als "Schritt in die richtige Richtung".
Das Anne-Frank-Bildungszentrum und ähnliche Einrichtungen stehen nun vor finanzieller Ungewissheit. Ohne weitere Förderung könnten ihre Projekte – von der Beobachtung antisemitischer Vorfälle bis zu Workshops an Schulen – zum Erliegen kommen. Die GEW fordert eine Rücknahme der Reform und die Einführung eines Demokratiefördergesetzes, um eine dauerhafte und verlässliche Finanzierung zu sichern.






