30 April 2026, 12:42

Deutschland plant radikale Steuerreform für Kryptowährungen bis 2027

Tortendiagramm, das die Marktkapitalisierung von Kryptowährungen im Jahr 2016 zeigt, mit Abschnitten für Bitcoin, Ethereum, Litecoin und andere Kryptowährungen auf einem weißen Hintergrund.

Deutschland plant radikale Steuerreform für Kryptowährungen bis 2027

Deutschland plant weitreichende Änderungen bei der Besteuerung von Kryptowährungen, um bis 2027 zusätzliche Einnahmen von 2 Milliarden Euro zu erzielen. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil will mit strengeren Regeln Schlupflöcher schließen und Steuerhinterziehung bekämpfen. Die Reformen könnten die bisherige steuerfreie Haltedauer für langfristige Krypto-Anleger abschaffen und digitale Vermögenswerte damit an andere Wertpapiere angleichen.

Aktuell zahlen deutsche Anleger keine Steuern auf Gewinne aus Kryptowährungen, wenn sie diese länger als ein Jahr halten. Veräußerungsgewinne innerhalb von zwölf Monaten werden nur dann als Einkommen versteuert, wenn sie 1.000 Euro übersteigen. Das Finanzministerium hat eine "Anpassung" der Krypto-Besteuerung angekündigt, Details zur Sicherung der zusätzlichen Einnahmen stehen jedoch noch aus.

Eine neue EU-Richtlinie wird Krypto-Dienstleister demnächst verpflichten, Transaktionsdaten, Vermögensbestände und Nutzerangaben zu melden. Dadurch wird es deutlich schwieriger, Gewinne vor den Finanzbehörden zu verbergen. Die Regierung erwägt zudem, Krypto-Gewinne mit einem pauschalen Steuersatz von 25 Prozent zu belasten – ähnlich wie bei Aktien – zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer.

Einer der größten potenziellen Einnahmequellen wäre die vollständige Abschaffung der steuerfreien Haltedauer. Unklar ist jedoch, ob die Änderungen auch für Anleger gelten sollen, die bereits Kryptowährungen besitzen. Hier könnte eine Sonderregelung für Bestandshalter eingeführt werden.

Die Vorschläge müssen noch Bundestag und Bundesrat passieren, bevor sie Gesetz werden. Für eine Reform ist ein konkreter Gesetzesentwurf erforderlich. Neben den Steueränderungen plant Klingbeil, die Prüfungen zu verstärken und härtere Strafen für Steuerhinterzieher einzuführen, insbesondere bei kurzfristigen Krypto-Transaktionen.

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Sollten die Reformen verabschiedet werden, würden sie einen deutlichen Kurswechsel in der deutschen Krypto-Besteuerung markieren. Die Regierung rechnet damit, dass die Änderungen zusammen mit einer strengeren Kontrolle bis 2027 zusätzliche Einnahmen von 2 Milliarden Euro bringen. Die endgültigen Regelungen hängen von den parlamentarischen Debatten und davon ab, ob bestehende Anleger Ausnahmen erhalten.

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