Deutschland will Tomahawk-Raketen kaufen – trotz hoher Kosten und Skepsis
Gunda JopichDeutschland will Tomahawk-Raketen kaufen – trotz hoher Kosten und Skepsis
Deutschland drängt auf den Kauf von Marschflugkörpern vom Typ Tomahawk sowie Typhon-Abschusssystemen aus den USA. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Sorgen über eine verringerte militärische Präsenz der Vereinigten Staaten in Europa. Die Berliner Regierung ist nun bereit, höhere Kosten in Kauf zu nehmen, um das Geschäft zu beschleunigen.
Verteidigungsminister Boris Pistorius wird in Kürze nach Washington reisen, um über den möglichen Kauf zu verhandeln. Frühere Berichte deuteten darauf hin, dass Deutschland drei Abschusssysteme und 400 Tomahawk-Marschflugkörper der Version Block VB erwerben möchte. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte, dass die Beschaffung aktiv geprüft werde.
Hinter dem Vorhaben stehen zunehmende Bedenken hinsichtlich der europäischen Verteidigungsfähigkeiten. Während Großbritannien und Frankreich auf von U-Booten gestartete Raketen setzen, fehlen in Europa derzeit bodengestützte Langstreckensysteme. Einige Experten zeigen sich jedoch skeptisch. Carlo Masala, Professor für internationale Politik, argumentiert, dass Deutschlands Plan zum Kauf der Tomahawks „in der Praxis nicht funktionieren“ werde.
Sollte die Beschaffung genehmigt werden, würde sie eine entscheidende Lücke in der europäischen Abschreckung gegen Russland schließen. Die deutsche Regierung konzentriert sich nun darauf, die Raketen so schnell wie möglich zu sichern – und nimmt dafür höhere Kosten in Kauf.






