Die Linke wählt Pantisano als neuen Chef – mit radikaler Oppositionsstrategie
Madlen ScholzDie Linke wählt Pantisano als neuen Chef – mit radikaler Oppositionsstrategie
Die Linke bereitet sich auf einen Führungswechsel vor, während Luigi Pantisano in den Vordergrund tritt. Der 46-Jährige soll auf dem Parteitag in Potsdam gemeinsam mit Ines Schwerdtner die Doppelspitze übernehmen. Sein Aufstieg fällt in eine Phase heftiger innerparteilicher Debatten über die politische Ausrichtung und scharfer Kritik an der Regierung.
Auf dem Potsdamer Parteitag kam es zu kontroversen Auseinandersetzungen über die Haltung der Partei zum Nahen Osten. Ein zentraler Antrag bezeichnete Israels Reaktion auf die Hamas-Angriffe vom 7. Oktober 2023 als „Völkermord“. Ein weiterer Beschluss bekräftigte das Recht auf Selbstbestimmung für Israelis und Palästinenser gleichermaßen. Kritiker aus dem linken Parteiflügel forderten jedoch eine noch radikalere Position – ohne damit durchzudringen.
Pantisano hat bereits mit deutlichen Aussagen zu seinen Absichten auf sich aufmerksam gemacht. Er warf der Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz vor, eine faschistische Politik zu betreiben. Zudem behauptete er, es gebe „letzten Endes keinen Unterschied“ zwischen CDU, AfD und Faschisten. Merz nannte er ein „Versagen“ und den „unpopulärsten Kanzler seit Jahren“ – und gelobte, seine „Wut“ in Proteste gegen die Regierungspolitik umzumünzen.
Die offizielle Wahl Pantisanos zum Nachfolger von Jan van Aken steht für Samstag an. Gemeinsam mit Schwerdtner wird er die Partei mit einem klaren Oppositions- und Aktivismuskurs führen. Die Ergebnisse des Parteitags und seine Äußerungen deuten auf eine konfrontative Haltung in den kommenden Monaten hin.






