"Die Parabel des Zorns": Ein radikal ehrliches Theaterstück über Fettleibigkeit und Scham
Ida Bloch"Die Parabel des Zorns": Ein radikal ehrliches Theaterstück über Fettleibigkeit und Scham
„Die Parabel des Zorns“ – ein Theaterstück, das Fettleibigkeit und gesellschaftliche Stigmatisierung radikal hinterfragt
Ein neues Bühnenwerk mit dem Titel „Die Parabel des Zorns“ (La Parabole du Seum) sorgt für Furore, weil es sich mutig mit den Themen Fettleibigkeit und gesellschaftliche Ausgrenzung auseinandersetzt. Unter der Regie von Rébecca Chaillon verbindet das Stück persönliche Erzählungen, Literatur und Popkultur zu einer provokanten Reflexion über Körperbilder.
Im Mittelpunkt stehen sieben Schauspieler:innen, darunter Chaillon selbst, die ihre Erfahrungen mit Dicksein teilen. Sie sprechen über ihre Körper, frühere Kämpfe mit dem Essen und die Scham, die oft mit ihrem Äußeren verbunden wird. Die Aufführung beinhaltet sogar eine Nachstellung der Show „The Biggest Loser“, die seit Langem für ihre rücksichtslose Darstellung von Gewichtsverlust und Body-Shaming kritisiert wird.
Inspiriert von Octavia Butlers Roman „Parabel des Sämanns“ verwebt das Werk zudem Themen wie Glauben, Konsumgesellschaft und Body-Positivity. Der Titel spielt im Französischen mit mehreren Bedeutungen: Parabel, Satellitenschüssel und Wut. Die Produktion greift außerdem auf Lebensgeschichten einer Popikone und einer Astrophysikerin zurück, die – wie Chaillon – aus derselben stigmatisierten Banlieue stammen.
Zum Schluss posieren die Darsteller:innen in Bodybuilder-Haltungen und eignen sich den Begriff „biggest loser“ in einem trotzig-selbstbewussten Akt der Selbstakzeptanz an.
Die Inszenierung bietet einen schonungslosen, ungeschönten Einblick in das Leben von Menschen, die sich als fett identifizieren. Durch persönliche Bekenntnisse und gesellschaftskritische Analysen stellt sie gängige Vorstellungen von Körperbildern infrage. Am Ende bleibt beim Publikum ein kraftvoller Appell: die Rückeroberung von Selbstbestimmung und Stolz.






