18 June 2026, 12:31

Düsseldorf stoppt Milliarden-Opernhaus und setzt auf kostengünstige Sanierung

Es gibt immer noch den bescheidenen Modernismus im Osten und Westen

Düsseldorf stoppt Milliarden-Opernhaus und setzt auf kostengünstige Sanierung

Düsseldorf hat die Pläne für den Bau eines neuen Opernhauses nach Entwürfen des norwegischen Büros Snøhetta aufgegeben. Das Projekt wurde gestoppt, nachdem die geschätzten Kosten auf 1,8 Milliarden Euro explodiert waren. Oberbürgermeister Stephan Keller setzt sich nun stattdessen für eine Sanierung des bestehenden Opernhauses am Hofgarten ein.

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Ursprünglich wollte die Stadt ihr Nachkriegs-Opernhaus durch den opulenten Entwurf von Snøhetta am Standort Wehrhahn ersetzen. Doch das unkontrollierte Kostenwachstum führte schließlich zur Abschaffung des Vorhabens. Das Grundstück, das die Stadt für 137 Millionen Euro erworben hatte, ist inzwischen wieder in ihrem Besitz.

Eine Kostenanalyse des Frankfurter Büros raumwerk kommt zu dem Schluss, dass die Modernisierung des aktuellen Bonatz-Baus zwischen 400 und 500 Millionen Euro kosten könnte. Diese Lösung gilt als finanziell tragbarere Alternative zum gescheiterten Großprojekt. Der Kurswechsel könnte auf eine generelle Abkehr von teuren Kulturprojekten in deutschen Städten hindeuten.

In Rostock läuft bereits der Bau eines neuen Theaters nach Plänen des Berliner Büros Hascher Jehle, mit geschätzten Kosten von 208 Millionen Euro. Das 1943 erbaute Volkstheater steht hingegen unter dem Schutz des Landesamts für Kultur und Denkmalpflege in Schwerin. Die regierende CDU hatte zunächst einen Abriss zugunsten von Neubauten mit Wohnungen vorgeschlagen, doch die Denkmalschützer werden dem Plan voraussichtlich nicht zustimmen.

Düsseldorfs Entscheidung markiert eine deutliche Kehrtwende in der Kulturinfrastruktur der Stadt. Die Sanierung des bestehenden Opernhauses hat nun Vorrang. Der Schritt folgt finanziellen Zwängen und einer wachsenden Präferenz für kostengünstige Lösungen statt hochpreisiger Prestigeprojekte.

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