EU startet Digitale Identitätsbörse – Deutschland macht 2027 den Anfang
Gebhard auch SchlauchinEU startet Digitale Identitätsbörse – Deutschland macht 2027 den Anfang
Die EU treibt ihre Pläne für die Digitale Identitätsbörse voran – ein System, das Nutzern ermöglichen soll, ihre Identität sowohl online als auch offline zu bestätigen. Darüber hinaus können Bürger wichtige Dokumente digital verwalten und die Kontrolle über ihre persönlichen Daten behalten. Das Projekt ist Teil einer umfassenden Initiative, um digitale Identitätsnachweise in allen Mitgliedstaaten zu standardisieren.
Deutschland hat bereits konkrete Schritte unternommen, um die Einführung zu unterstützen. Die Bundesregierung verabschiedete den Entwurf für das Digitale-Identitäten-Gesetz und ebnete damit den Weg für den Start der Identitätsbörse im Januar 2027. Die Bundesdruckerei entwickelt derzeit das Backend-System für die Ausgabe der Personenidentifikationsdaten (PID), die in der Wallet hinterlegt werden sollen.
Die digitale Börse wird auch Altersverifikationsfunktionen umfassen, die über eine eigene App abrufbar sein sollen. Allerdings gab es hier bereits Rückschläge: Im April wurde eine von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vorgestellte Altersprüf-App kurz nach ihrer Präsentation von IT-Sicherheitsexperten gehackt.
Der erste Gipfel zur EU-Digitalen Identitätsbörse für digitale Innovatoren findet am 25. Juni 2023 in Berlin statt. Bei der Veranstaltung werden voraussichtlich zentrale Akteure zusammenkommen, um über die weitere Entwicklung und Umsetzung des Systems zu diskutieren.
Parallel dazu treibt die EU ihre Pläne zur Chatkontrolle voran. Die rechtliche Grundlage für die freiwillige Chatüberwachung durch Tech-Konzerne lief zwar im April aus, doch die Verhandlungen über eine dauerhafte Regulierung sollen im Juni wiederaufgenommen werden. Zudem prüft die EU Möglichkeiten, Verschlüsselung zu umgehen – etwa durch clientseitiges Scannen.
Der Start der EU-Digitalen Identitätsbörse ist für Januar vorgesehen, wobei alle Mitgliedstaaten eigene Versionen auf Basis gemeinsamer Standards einführen werden. Das System soll Nutzern in der gesamten EU eine sichere und benutzerfreundliche Identitätsprüfung bieten. Gleichzeitig werden die Debatten über Chatüberwachung und Verschlüsselung im Rahmen der umfassenderen Digitalstrategie der EU weitergeführt.






