12 June 2026, 18:20

Fußball-WM entfacht in Deutschland eine seltene Welle des Patriotismus – doch warum bleibt das Thema heikel?

Lieber "Party-Patriotismus" als kein Patriotismus

Fußball-WM entfacht in Deutschland eine seltene Welle des Patriotismus – doch warum bleibt das Thema heikel?

Die Fußball-Weltmeisterschaft entfacht in Deutschland eine seltene Welle des Patriotismus. Alle vier Jahre tauchen schwarz-rot-goldene Fahnen und Fanartikel auf, während die Menschen nationale Begeisterung zeigen. Doch solche offenen Bekundungen bleiben im Land ein heikles Thema.

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2006 löste die Euphorie während des Turniers später eine Debatte aus: Ein Arte-Dokumentarfilm brachte sie mit dem Aufstieg von Bewegungen wie Pegida und der AfD in Verbindung. Diese Verknüpfung unterstreicht die politischen Diskussionen um öffentliche patriotische Gesten.

In der Wahlnacht 2013 sorgte Angela Merkel für Aufsehen, als sie Hermann Gröhe eine geschwenkte Deutschlandfahne abnahm. Die damalige Bundeskanzlerin mied zudem Begriffe wie „Vaterland“ oder „deutsches Volk“ – ein Zeichen für die Zurückhaltung vieler Politiker gegenüber nationaler Symbolik. Selbst Feiertage wie der Tag der Deutschen Einheit werden oft mit wenig öffentlicher Begeisterung begangen.

Für viele ist die WM eine der wenigen Gelegenheiten, sich mit Fußball und nationalem Stolz zu verbinden. Ein Autor gibt offen zu, nur während großer Turniere Spiele zu verfolgen. Sein jüngster Sohn schmückte sogar den Familienwagen vor dem Turnier mit Deutschlandfahnen.

Das Turnier schafft einen temporären Raum für nationale Begeisterung – eine Gelegenheit, das Land auf eine sonst ungewöhnliche Weise zu feiern. Doch die Debatten um solche Äußerungen zeigen, wie tief das Thema die Gesellschaft in Deutschland spaltet.

Quelle