Geheimnisvolle Bundesbehörde: Warum das Auswärtige Amt seine Visastelle prüft
Gunda JopichGeheimnisvolle Bundesbehörde: Warum das Auswärtige Amt seine Visastelle prüft
2021 wurde in Brandenburg an der Havel auf Initiative des damaligen Außenministers Heiko Maas eine neue Bundesbehörde eingerichtet: das Bundesamt für Auswärtige Angelegenheiten. Ihre Aufgabe bestand darin, administrative Tätigkeiten vom Auswärtigen Amt zu übernehmen – darunter die Visabearbeitung für Fachkräfte. Doch zentrale Details zu Arbeitsweise und Personalausstattung bleiben bis heute unklar.
Hauptziel der Behörde war es, das Auswärtige Amt durch die Übernahme nicht-ministerieller Aufgaben zu entlasten. Geplant war unter anderem die Abwicklung von Visumanträgen für ausländische Arbeitsmigranten. Zudem sollte ein zentrales "Arbeits- und Bleibezentrum" entstehen, um die Verfahren für potenzielle Zuwanderer nach Deutschland zu vereinfachen.
Doch die Gründung verlief holprig: Wichtige finanzielle und organisatorische Schritte blieben unvollendet oder wurden mangelhaft umgesetzt. Dadurch ist der Bundeshaushalt nun erheblichen Risiken durch ungeplante Kosten und Folgebelastungen ausgesetzt.
Als Reaktion kündigte das Auswärtige Amt eine Prüfung der Wirtschaftlichkeit der Behörde an. Die Ergebnisse sollen bis Jahresende vorliegen.
Wie viele Mitarbeiter die neue Behörde derzeit beschäftigt und welche genauen Aufgaben sie wahrnimmt, ist nicht öffentlich bekannt. Die Überprüfung wird zeigen, ob der Betrieb den finanziellen und administrativen Aufwand rechtfertigt. Ein abschließender Bericht wird vor 2025 erwartet.






