Hannovers Hauptbahnhof steckt in der Finanzierungsfalle – wer bremst die Modernisierung?
Ida BlochHannovers Hauptbahnhof steckt in der Finanzierungsfalle – wer bremst die Modernisierung?
Bei den jüngsten Gesprächen zwischen der Bundesregierung und der DB InfraGO wurde kein Eisenbahnprojekt in die nächste Planungsphase überführt. Betroffen von der stockenden Entwicklung sind auch dringend benötigte Modernisierungsarbeiten am Hauptbahnhof Hannover, einem zentralen Knotenpunkt für Norddeutschland. Die grüne Verkehrsexpertin Swantje Michaelsen wirft der Bundesregierung vor, diese essenziellen Bauvorhaben zu verzögern.
Der Hauptbahnhof Hannover verzeichnet täglich über 260.000 Fahrgäste und rund 750 Züge. Die Überlastung des Bahnhofs beeinträchtigt den Schienenverkehr in der gesamten Region und gilt als einer der größten Engpässe im Netz. Wie Michaelsens Büro bestätigte, fehlt es weiterhin an Finanzmitteln für zwei zusätzliche Gleise und einen neuen Bahnsteig.
Michaelsen bezeichnete die Situation als „Skandal“. Die zusätzlichen Gleise seien unverzichtbar, um die Überfüllung zu verringern und die Effizienz zu steigern, so ihre Argumentation. Ihre Kritik deckt sich mit der Position der Allianz pro Schiene, die die Zögerlichkeit der Regierung bei der Schieneninfrastruktur-Erweiterung als „unlogisch“ bewertet.
Das vom CDU-Minister Patrick Schnieder geführte Bundesverkehrsministerium drängt nun in den laufenden Haushaltsverhandlungen auf höhere Mittel. Ein Sprecher betonte, das Ministerium strebe mehr Investitionen in neue und bestehende Schienenprojekte an.
Der Mangel an Finanzierung hat die Ausbaupläne für Hannover vorerst gestoppt. Ohne die zusätzlichen Gleise wird sich die Überlastung des Bahnhofs voraussichtlich weiter verschärfen. Ob das Projekt vorankommt, hängt von den anstehenden Haushaltsverhandlungen der Regierung ab.
