12 June 2026, 22:31

Kai Wegners überraschender CDU-Sieg verändert Berlins Politik grundlegend

Die Countdown läuft

Kai Wegners überraschender CDU-Sieg verändert Berlins Politik grundlegend

Berliner Politik erlebte 2023 einen tiefgreifenden Wandel, als Kai Wegner die CDU zum Sieg bei der Abgeordnetenhauswahl führte. Die Partei erreichte 28,2 Prozent der Stimmen und distanzierte damit die SPD, die mit 18,4 Prozent auf dem zweiten Platz landete. Wegners Triumph widerlegte frühere Umfragen, die seiner Kampagne kaum Chancen eingeräumt hatten.

Am 12. Februar 2023 hatte die CDU Wegner auf dem Landesparteitag offiziell als Spitzenkandidaten bestätigt. Dennoch stand seine Führung wiederholt in der Kritik – etwa wegen des Umgangs mit einem Stromausfall, winterlichen Glättegefahren und einem Subventionsskandal. Zudem sorgte seine überstürzte und unklare Ernennung eines neuen Staatssekretärs für Digitalisierung für Irritationen.

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Gegner wie der SPD-Fraktionsvorsitzende Raed Saleh hatten Wegners Aussichten vor der Wahl noch belächelt und ihn in einer Strategiesitzung als „den einsamen Kai“ abgetan. Doch Wegner verwies nach dem Sieg darauf, dass Umfragen sich dramatisch ändern könnten – und behielt damit recht.

Bis September 2023 stand sein Amt als regierender Bürgermeister auf der Kippe: Seine Amtszeit hätte nach nur 100 Tagen enden können. Selbst wenn die CDU nach dem Wahlergebnis aus einer Regierungsbeteiligung ausgeschlossen worden wäre, wäre Wegner zunächst geschäftsführend im Amt geblieben. Ein neuer Regierungschef, voraussichtlich bis Dezember 2023 gewählt, hätte dann das definitive Ende seiner Ära eingeläutet. Auch sein Posten als CDU-Landesvorsitzender in Berlin wäre bei einer Niederlage der Partei wohl hinfällig geworden.

Wegners politische Zukunft hing damit maßgeblich vom Wahlausgang und den anstehenden Koalitionsverhandlungen ab. Zwar hatte die CDU ihn zunächst gestützt, doch der Druck durch Rückschläge und Oppositionskritik wuchs. Die kommenden Monate sollten zeigen, ob seine Zeit als regierender Bürgermeister weiterging – oder ein vorzeitiges Ende fand.

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