Merkels überraschendes Porträt löst Debatten über Kunst und Vermächtnis aus
Gebhard auch SchlauchinMerkels überraschendes Porträt löst Debatten über Kunst und Vermächtnis aus
Angela Merkel hat mit der Enthüllung ihres offiziellen Porträts eine Diskussion ausgelöst. Die ehemalige Bundeskanzlerin gab in einem Interview mit der Zeit Einblicke in die Entstehung des Werkes. Das Gemälde ziert das aktuelle Titelblatt der Zeitschrift und zeigt sie in einem roten Blazer neben dem jungen Künstler, der es gemalt hat.
Für das Porträt wurde Jéremie Queyras ausgewählt, ein 24-jähriger Maler zum Zeitpunkt seiner Bewerbung. Als Merkel 2005 Bundeskanzlerin wurde, war er noch ein Kind. Seine Werke verbinden oft abstrakte Stile mit klassischem Modernismus und KI-generierten Elementen, doch er beschäftigt sich auch mit traditioneller Porträtmalerei und den Alten Meistern.
Eine Vorschau des fertigen Porträts ist auf Queyras’ Instagram-Account zu sehen. Merkels Entscheidung, ihn auszuwählen – und nicht etwa eine junge Künstlerin, einen ostdeutschen Maler oder einen etablierten Namen – hat Aufmerksamkeit erregt. Berichten zufolge fiel die Wahl während eines lockeren Gesprächs bei einer Zigarette in der Berliner Sommerhitze.
Das Porträt stellt eine bewusste Abkehr von Erwartungen dar. Merkels Auswahl des relativ unbekannten männlichen Künstlers Queyras hat die Faszination um das Werk noch verstärkt. Das Gemälde ist nun Teil ihres öffentlichen Vermächtnisses und wird prominent in der Zeit präsentiert.
