24 June 2026, 12:23

Merz plant radikale Rentenreform: Kapitaldeckung statt Umlageverfahren

Schwarz-rote Rentenreform

Merz plant radikale Rentenreform: Kapitaldeckung statt Umlageverfahren

Bundeskanzler Friedrich Merz hat angekündigt, die Vorschläge der Rentenkommission vollständig zu übernehmen. Zu den Empfehlungen gehört ein schrittweiser Übergang zu einem kapitalgedeckten Rentensystem, bei dem Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils bis zu ein Prozent der Bruttolöhne einbringen sollen.

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Das deutsche gesetzliche Rentensystem wurde nach dem Zweiten Weltkrieg eingeführt. Bundeskanzler Konrad Adenauer stellte in den 1950er-Jahren von einem kapitalgedeckten Modell auf ein Umlageverfahren um, da dem Land nach zwei Weltkriegen das notwendige Kapital fehlte. Seither hat sich das System als stabil und krisenresistent erwiesen – die Rentenausgaben im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung sind in den vergangenen 20 Jahren sogar gesunken.

Die gesetzliche Rente hat jährlich sichere Renditen von über drei Prozent erwirtschaftet. Behauptungen, jüngere Arbeitnehmer würden davon nicht profitieren, wurden als falsch zurückgewiesen. Kapitalgedeckte Renten bieten hingegen keine Garantien und können durch Marktturbulenzen beeinträchtigt werden, etwa bei Börsencrashs, die durch politische Ereignisse wie das unberechenbare Verhalten von Donald Trump ausgelöst werden.

Die Regierung plant zudem, das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung zu koppeln, um die Arbeitszeiten zu verlängern und die Rentenauszahlungen zu verringern. Zudem sind mit Kapitalmarktinvestitionen oft hohe Gebühren und Provisionen für Finanzdienstleister verbunden.

Die geplanten Reformen stellen einen tiefgreifenden Wandel in der deutschen Rentenpolitik dar. Das neue System würde kapitalgedeckte Elemente einführen, während Teile des bisherigen Modells erhalten bleiben. Die Umsetzung soll über eine schwarz-rote Koalition erfolgen.

Quelle