Nowruz in Berlin: Wie das Frühlingsfest Widerstand und Kultur verbindet
Ida BlochNowruz in Berlin: Wie das Frühlingsfest Widerstand und Kultur verbindet
Nowruz: Berlins bunte Feiern zum Frühlingsfest mit tiefen kulturellen Wurzeln
Diese Woche wird in Berlin Nowruz – auch als Newroz oder Navroz bekannt – mit öffentlichen Veranstaltungen gefeiert, die seine jahrhundertealten Traditionen ehren. Das Fest, das von rund 300 Millionen Menschen in über 20 Ländern begangen wird, war und ist in Ländern wie dem Iran und Afghanistan immer wieder Repressionen ausgesetzt. In diesem Jahr laden zwei große Berliner Institutionen, das Humboldt Forum und das Haus der Kulturen der Welt, zu kostenlosen Veranstaltungen ein, um den Anlass zu würdigen.
Das Humboldt Forum begeht Newroz erstmals mit einem Programm, das Bräuche kurdischer, zentralasiatischer, usbekischer, iranischer und afghanischer Gemeinschaften vereint. Von 11 bis 20:30 Uhr erwarten die Besucher Drachenbau, Eierbemalung sowie Live-Auftritte von klassischer Musik bis zu kurdischem Rock. Sieben Berliner Vereine haben die Feierlichkeiten organisiert, die zudem eine Podiumsdiskussion darüber umfassen, wie Menschen Newroz unter repressiven Bedingungen begehen.
Im Haus der Kulturen der Welt steht hingegen die persische Kultur und die Arbeit von Künstlerinnen im Mittelpunkt. Unter dem Titel "Nowruz – Ein neuer Tag" dauert die Veranstaltung von 20:30 Uhr bis Mitternacht, der Eintritt ist frei. Kuratorin Ava Irandoost hat ein Programm gestaltet, das die künstlerische und kulturelle Bedeutung des Festes herausstellt.
Nowruz blickt auf uralte Wurzeln in der zoroastrischen und persischen Tradition zurück und gilt in Regionen wie dem iranischen und irakischen Kurdistan oft als Symbol des Widerstands. Trotz fast 50-jähriger Verbote im Iran und anhaltender Einschränkungen in Afghanistan halten Gemeinschaften an Bräuchen wie Frühjahrsputz, Feuer-Springen und Picknicks fest.
Die Berliner Veranstaltungen unterstreichen die ungebrochene Bedeutung des Festes – selbst dort, wo es offiziell verboten bleibt. Durch kostenlosen Zugang und ein vielfältiges Kulturprogramm bewahren die Veranstalter die Nowruz-Traditionen für lokale wie diasporische Gemeinschaften. Gleichzeitig erinnern die Feiern an die historische Rolle des Festes als Akt des Widerstands gegen politische Unterdrückung über Generationen hinweg.






