31 May 2026, 18:29

"Pakt für den Rechtsstaat" soll Personalnot in Staatsanwaltschaften lindern

Schwarz-Rot fordert gemeinsam einen "Pakt zur Rechtsstaatlichkeit"

"Pakt für den Rechtsstaat" soll Personalnot in Staatsanwaltschaften lindern

Die regierenden CDU/CSU- und SPD-Fraktionen in Deutschland drängen auf rasches Handeln, um die schweren Personalengpässe in den Staatsanwaltschaften zu beheben. Der Aufruf ist Teil eines neuen „Pakts für den Rechtsstaat“, der das überlastete Justizsystem des Landes stärken soll. Experten warnen, dass sich ohne Gegenmaßnahmen die Verzögerungen und Rückstände weiter verschärfen werden.

Laut dem Deutschen Richterbund fehlen bundesweit etwa 2.000 Staatsanwältinnen und Staatsanwälte. Diese Lücke führt zu immer längeren Bearbeitungszeiten in Strafverfahren und veranlasst Politiker, nach Lösungen zu suchen. Der vorgeschlagene Pakt sieht vor, mehr Personal einzustellen, die digitale Infrastruktur zu modernisieren und das Verfahrensrecht zu reformieren, um Prozesse zu beschleunigen.

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Carmen Wegge, rechtspolitische Sprecherin der SPD, betonte die Bedeutung des Pakts für die Entlastung des Personalmangels. Ohne ausreichend Staatsanwälte könne das Justizsystem nicht effektiv funktionieren, argumentierte sie. Günter Krings, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, pflichtete ihr bei und unterstrich, dass ein starker Rechtsstaat ausreichend Richter, Staatsanwälte und Gerichtspersonal erfordere.

Auch aus der Opposition gibt es Kritik. Luke Hoß von der Linken monierte, dass Staatsanwälte oft mit Bagatelldelikten beschäftigt seien. Er schlug vor, kleinere Verfahren zu reformieren oder abzuschaffen, um Ressourcen für schwere Straftaten freizumachen. Lena Gumnior, rechtspolitische Sprecherin der Grünen, forderte konkrete Schritte, um die Rückstände abzubauen und wichtige Ermittlungen voranzutreiben.

Stephan Brandner von der AfD machte für die Personalnot Jahre des politischen Versagens verantwortlich. Schlechte Planung und falsche Prioritäten hätten das Justizsystem unvorbereitet auf die aktuellen Anforderungen zurückgelassen.

Der „Pakt für den Rechtsstaat“ zielt darauf ab, die langjährigen Personalprobleme in den deutschen Staatsanwaltschaften zu lösen. Falls umgesetzt, könnten die Reformen Verzögerungen verringern und die Effizienz in Strafverfahren steigern. Der Erfolg des Plans hängt jedoch von der Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern in den kommenden Monaten ab.

Quelle