17 March 2026, 10:32

Pharmakonzern feiert Durchbruch mit Nierenmedikament trotz Roundup-Klagenlast

Plakat, das zeigt, dass Big Pharma 2022 Amerikaner zwei bis drei Mal mehr für dieselben Medikamente berechnet hat als in anderen Ländern, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze darunter.

Pharmakonzern feiert Durchbruch mit Nierenmedikament trotz Roundup-Klagenlast

Ein großer Pharmakonzern verzeichnete einen deutlichen Kursanstieg seiner Aktie, nachdem positive Ergebnisse aus einer klinischen Studie zu seinem Nierenmedikament bekannt wurden. Die Nachricht kommt zu einem Zeitpunkt, da das Unternehmen weiterhin unter finanzieller Belastung durch Klagen im Zusammenhang mit seinem Unkrautvernichter Roundup leidet.

Anleger richten ihren Blick nun auf zwei zentrale Termine Anfang April: eine Anhörung vor dem Obersten Gerichtshof der USA zu Warnhinweisen auf Roundup sowie die Hauptversammlung des Konzerns, bei der über die Dividende abgestimmt wird.

Das Medikament Kerendia (Finerenon) erreichte in einer Studie zu nicht-diabetischer chronischer Nierenerkrankung sein primäres Ziel. Patienten, die mit dem Wirkstoff behandelt wurden, wiesen eine verbesserte Nierenfunktion auf im Vergleich zu denen, die ein Placebo erhielten. Dieser Erfolg folgt auf frühere Zulassungen: Die US-Arzneimittelbehörde FDA gab Kerendia bereits im Juli 2021 für diabetische Nierenerkrankungen frei, die EU folgte im März 2022. Die erweiterte Anwendung des Medikaments könnte nun einen deutlich größeren Markt erschließen und dem Unternehmen einen dringend benötigten finanziellen Schub verschaffen.

Nach Bekanntgabe der Studienergebnisse stieg die Aktie um 4,71 % auf 40,25 Euro und setzte damit einen jüngsten Aufwärtstrend fort. Der Kurs notiert derzeit rund 23 % über dem 200-Tage-Durchschnitt. Trotz dieses Anstiegs verbuchte das Unternehmen für 2025 einen Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro, vor allem aufgrund von Prozesskosten. Die Nettoverschuldung kletterte zudem auf fast 30 Milliarden Euro – ein Zeichen für den anhaltenden Druck durch die Roundup-Klagen.

Die rechtlichen Herausforderungen bleiben ein zentrales Thema. Der US-Supreme Court wird am 1. April 2026 mündliche Verhandlungen zu den Warnhinweisen auf Roundup führen; eine Entscheidung wird bis Mitte Juni erwartet. Ein günstiges Urteil könnte die finanzielle Last des Konzerns verringern und seine Pläne stützen, in den nächsten zehn Jahren zehn Blockbuster-Medikamente auf den Markt zu bringen.

Am selben Tag wie die Supreme-Court-Anhörung findet die Hauptversammlung des Unternehmens statt. Die Aktionäre stimmen dort über eine vorgeschlagene Dividende von 0,11 Euro pro Aktie ab – ein Schritt, der das Vertrauen in die langfristige Erholung des Konzerns signalisieren könnte.

Trotz der juristischen Rückschläge zeigt die Pharmasparte des Unternehmens Widerstandsfähigkeit. Mit der bevorstehenden erweiterten Zulassung von Kerendia und der anstehenden Entscheidung des Supreme Courts strebt das Unternehmen an, seine Finanzen zu stabilisieren. Die Ergebnisse dieser Ereignisse werden entscheidend dafür sein, ob es seine Arzneimittel-Pipeline erfolgreich umsetzen und die Sorgen der Anleger zerstreuen kann.

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