Proteste bei Carmen-Premiere: Scala-Besucher werfen mit Flugblättern gegen Preiserhöhungen
Gunda JopichProteste bei Carmen-Premiere: Scala-Besucher werfen mit Flugblättern gegen Preiserhöhungen
Proteste stören Premiere von Verdis Carmen an der Mailänder Scala
Bei der Premiere von Giuseppe Verdis Carmen an der Mailänder Scala kam es zu Protesten, als aus den oberen Rängen Flugblätter auf die Bühne regneten. Die Wut über die jüngsten Preiserhöhungen für Eintrittskarten wächst – besonders unter den treuesten Besuchern des Theaters. Die Änderungen stoßen bei den sogenannten Loggionisti, den eingefleischten Fans der obersten Ränge, auf scharfe Kritik.
Die Preise für 36 Premium-Plätze sind um über 30 Prozent gestiegen. Abo-Karten, die einst 800 Euro kosteten, beginnen nun bei 1.050 Euro. Die meisten Plätze sind jedoch nur moderat teurer geworden: Die Stehplatzkarten im Oberrang steigen von 45,56 Euro auf 46,94 Euro in der nächsten Spielzeit – ein durchschnittlicher Anstieg von nur 1,48 Euro.
Die Scala bleibt damit das teuerste Theater Europas, übertroffen nur vom Salzburger Festspielhaus. Zehn Jahre lang waren die Preise unverändert geblieben, und Intendant Fortunato Ortombina hat versichert, unter seiner Führung werde es keine weiteren Erhöhungen geben. Die Anpassungen erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem das Theater in Tarifverhandlungen mit den Mitarbeitern tritt und die Verlegung seiner Werkstätten in den Stadtteil Rubattino plant.
Die Theaterleitung spielt die Empörung herunter und betont, nur eine geringe Anzahl an Plätzen sei betroffen. Zwar arbeitet die Scala derzeit mit einem Überschuss, doch die Verantwortlichen begründen die Änderungen mit der Notwendigkeit langfristiger Stabilität.
Die Preiserhöhung hat die Verärgerung unter den Stammgästen – insbesondere in den oberen Rängen – weiter verschärft. Trotz des finanziellen Spielraums verweist das Theater auf betriebliche Erfordernisse als Begründung. Ortombinas Zusicherung, keine weiteren Steigerungen vorzunehmen, dürfte die aktuelle Unzufriedenheit kaum lindern.






