RAW-Gelände in Berlin: Kulturort zwischen Räumung und Neuanfang
Gebhard auch SchlauchinRAW-Gelände in Berlin: Kulturort zwischen Räumung und Neuanfang
Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes, eines langjährigen kulturellen Zentrums, ist derzeit ungewiss. Das Areal, das einst der Wartung von Reichsbahn-Zügen diente, beherbergt heute Konzertlocations, einen Biergarten, eine Skatehalle, eine Boulderhalle und Märkte.
Ein Streit um die Entwicklungspläne zieht sich bereits seit über zehn Jahren hin. Senat und Bezirk legten Mitte Mai einen Rahmenvertrag vor, doch die Kurth-Gruppe lehnte diesen ab. Im Kern des Konflikts steht die Frage, wie viele neue Wohnungen gebaut werden sollen und wie viele der historischen Hallen erhalten bleiben.
Im Januar drängte die Kurth-Gruppe auf eine schnellere Baugenehmigung, um mit dem Wohnungsbau beginnen zu können. Einige Mieter, darunter der Club Cassiopeia, haben bereits Räumungsaufforderungen für Teile des Geländes erhalten. Demonstranten versammelten sich kürzlich vor den Büros der Gruppe und skandierten „RAW für alle – Cassiopeia & Co. müssen bleiben“. Der Club Cassiopeia könnte bereits nächste Woche geräumt werden.
Das RAW-Gelände bleibt ein zentraler Kulturort in Berlin. Sollte der Konflikt nicht gelöst werden, könnten die bestehenden Angebote und Aktivitäten beeinträchtigt werden. Die Entscheidung wird darüber bestimmen, ob das Gelände sein kulturelles Gesicht bewahrt oder einer umfassenden Neugestaltung unterzogen wird.
