24 May 2026, 04:38

Sachsen-Anhalt bangt vor AfD-Regierung: Demokratie und Bildung in Gefahr

Sachsen-Anhalt vor der Wahl: Warnungen vor AfD-Regierungsbeteiligung und ihren Folgen für Bildung, Gleichheit und Polizei

Sachsen-Anhalt bangt vor AfD-Regierung: Demokratie und Bildung in Gefahr

Mehrere Einrichtungen in Sachsen-Anhalt haben Bedenken geäußert, dass die rechtspopulistische AfD (Alternative für Deutschland) möglicherweise an die Regierung kommen könnte. Beamte warnen, die Politik der Partei könnte Bildung, Gleichstellung und öffentliche Dienstleistungen so umgestalten, dass demokratische Werte und berufliche Standards untergraben werden.

Sarah Schulze, die kommissarische Gleichstellungsbeauftragte Sachsen-Anhalts, kritisiert die Pläne der AfD, ihr Amt abzuschaffen. Die Partei will die Stelle durch eine „Familienbeauftragte“ ersetzen und Frauen in traditionelle Reproduktionsrollen drängen – ein Schritt, den Schulze als schweren Rückschlag für die Selbstbestimmung bezeichnet.

Maik Reichel, Leiter der Landeszentrale für politische Bildung, befürchtet, die AfD könnte seine Behörde abschaffen. Er warnt davor, dass sie durch ein „Landesinstitut für politische Bildung und kulturelle Identität“ ersetzt werden könnte, was zu einer stark einseitigen Bildungspolitik führen würde. Reichel erwartet zudem, dass die Arbeit der Landeszentrale unter einem stark eingeschränkten kulturellen und bildungspolitischen Rahmen einseitig würde.

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Im Bildungsbereich schlägt die AfD vor, die Schulpflicht abzuschaffen und inklusive Klassen aufzulösen. Malte Gerken von der Bildungsgewerkschaft GEW sagt voraus, dass viele Lehrkräfte die Region verlassen würden, falls diese Pläne umgesetzt würden – und damit den bestehenden Fachkräftemangel weiter verschärfen. Eva Gerth, Landesvorsitzende der Gewerkschaft, fügt hinzu, dass unter einer AfD-geführten Regierung weniger Forscher:innen und junge Fachkräfte Sachsen-Anhalt als Standort wählen würden.

Nancy Emmel, stellvertretende Vorsitzende der Polizeigewerkschaft des Landes, betont zwar, dass Wahlergebnisse zu respektieren seien, macht aber deutlich, dass die Polizei dem Gesetz und nicht einer politischen Partei diene. Sie fordert nun klare rechtliche Verfahren und starke Führung, um sensible Informationen zu handhaben und die Verfassungstreue zu gewährleisten, falls die AfD an die Macht kommen sollte.

Die Warnungen spiegeln die Sorge wider, dass eine AfD-Regierung zentrale Institutionen in Sachsen-Anhalt grundlegend verändern könnte. Umstellungen in Bildung, Gleichstellungspolitik und öffentlichen Dienstleistungen könnten zu Personalmangel, sinkendem akademischem Interesse und einer Abkehr von demokratischen Prinzipien führen. Beamte und Verantwortliche drängen darauf, bereits jetzt Vorkehrungen zu treffen, um verfassungsmäßige Werte zu schützen – noch bevor mögliche politische Wechsel stattfinden.

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