16 March 2026, 00:27

Sicherheitsängste im ÖPNV: Warum sich jeder Vierte in Bussen und Bahnen unwohl fühlt

Ein Schild an einer Zugtür, das besagt: "Sie müssen auf öffentlichen Verkehrsmitteln eine Gesichtsbedeckung tragen, es sei denn, Sie sind ausgenommen oder Sie könnten von der Reise ausgeschlossen oder mit einem Bußgeld belegt werden.", mit einem Glasfenster auf der rechten Seite.

Ein von Vier fühlt sich auf Bus und Zug unsicher - Sicherheitsängste im ÖPNV: Warum sich jeder Vierte in Bussen und Bahnen unwohl fühlt

Eine neue Umfrage offenbart wachsende Bedenken hinsichtlich der Sicherheit in Bussen und Bahnen Deutschlands. Mehr als ein Viertel der Befragten gab an, sich beim Fahren unsicher zu fühlen – besonders betroffen sind Frauen und jüngere Fahrgäste. Die Ergebnisse kommen zu einer Zeit, in der Millionen Menschen weiterhin den öffentlichen Nahverkehr nutzen, darunter viele Neukunden seit der Einführung des Deutschlandtickets.

Laut der Erhebung fühlten sich 27 Prozent der Befragten in öffentlichen Verkehrsmitteln unsicher, selbst wenn sie nicht direkt betroffen waren. 16 Prozent erlebten verbale Belästigungen, 5 Prozent wurden bedroht und 4 Prozent sogar körperlich angegriffen. Zudem beobachteten 17 Prozent, wie andere Fahrgäste attackiert, bedroht oder belästigt wurden.

Frauen äußerten deutlich häufiger ein Unsicherheitsgefühl: 30 Prozent der Frauen fühlten sich unwohl, verglichen mit 23 Prozent der Männer. Auch jüngere Fahrgäste unter 40 Jahren berichteten häufiger von negativen Erfahrungen als ältere Reisende. Trotz dieser Sorgen gaben 29 Prozent der Befragten an, noch nie Probleme in Bussen oder Bahnen gehabt zu haben.

Die Daten liegen vor, während das vor einem Monat eingeführte Deutschlandticket bereits rund 10 Millionen Abonnenten verzeichnet. Die Hälfte davon nutzte den ÖPNV bereits regelmäßig, 4,3 Millionen waren Gelegenheitsfahrer und 0,7 Millionen stiegen komplett neu in das System ein. Die meisten Neukunden kamen aus Städten, während ländliche Regionen kaum Zuwachs verzeichneten.

Die Umfrage zeigt eine gespaltene Wahrnehmung der Sicherheit im öffentlichen Verkehr: Ein beträchtlicher Teil der Fahrgäste meidet ihn aus Angst gänzlich. Zwar nutzen weiterhin Millionen Menschen Busse und Bahnen – nicht zuletzt dank des Deutschlandtickets –, doch 25 Prozent der Befragten lehnen diese Verkehrsmittel mittlerweile ab. Die Ergebnisse deuten auf anhaltende Herausforderungen hin, eine sichere Umgebung für alle Fahrgäste zu gewährleisten.

AKTUALISIERUNG

Tödlicher Zugangriff löst nationale Konferenz und neue Sicherheitsmaßnahmen aus

Ein gewaltsamer Angriff auf einen Zugführer im Februar 2026 hat eine nationale Sicherheitskonferenz und konkrete Politikänderungen ausgelöst. Wichtige Ergebnisse sind:

  • Mehr Sicherheitspersonal auf regionalen Zügen eingesetzt
  • Bodycams mit Audio für alle Zugpersonal
  • Verbesserte Notfallknöpfe in Wagen
  • Pilotprojekte in Baden-Württemberg für Doppelbesetzung auf ausgewählten Linien ab März 2026