06 May 2026, 10:33

Streit um Restaurant Heimat in Mainz: Warum ein Name so polarisiert

Ein Berliner Restaurant mit Holztischen und -stühlen vor einem großen Fenster, das Fußgänger, Gebäude und Straßenelemente zeigt.

Streit um Restaurant Heimat in Mainz: Warum ein Name so polarisiert

Ein Restaurant in Mainz mit dem Namen Heimat ist zum Zentrum eines erbitterten Streits geworden. Besitzer Veli Ivecen, ein in der Türkei geborener Koch kurdischer Abstammung, eröffnete das Lokal, um deutsche, türkische und kurdische Küche zu vereinen. Statt Lob ernten er und sein Team jedoch unerbittliche Feindseligkeit – und zwar allein wegen des Namens.

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Die Gegenreaktionen reichen von verbalen Beleidigungen über Online-Hetze bis hin zu Vandalismus. Kritiker aus unterschiedlichen politischen Lagern werfen Ivecen vor, eine spaltende Botschaft zu verbreiten – dabei betont er, der Name solle eigentlich alle willkommen heißen.

Ivecen wählte Heimat – das deutsche Wort für „Heimat“ – um einen warmen, inklusiven Ort für Gäste zu schaffen. Eine politische Aussage habe er damit nie verbinden wollen, erklärt er. Doch bereits nach wenigen Wochen wurde die Fassade des Restaurants mit dem Slogan „Das hier ist meine Heimat, nicht deine“ beschmiert. Die Parole entfernte er zwar, doch die Angriffe rissen nicht ab.

Die Anfeindungen kommen aus verschiedenen Richtungen: Einige aus dem rechten Spektrum bezeichnen Ivecen als Nazi, andere von links hinterfragen den Platz türkischer und kurdischer Küche in der deutschen Kultur. Vor dem Gebäude wurden sogar Hitlergrüße gezeigt. Neben öffentlichen Konfrontationen erhalten Ivecen und sein Team Fluten hasserfüllter E-Mails und Nachrichten über private Instagram-Accounts.

Anfangs dachte Ivecen aufgrund der anhaltenden Feindseligkeit darüber nach, das Restaurant umzubenennen. Mittlerweile ist er jedoch entschlossener denn je, den Namen Heimat beizubehalten. Konstruktive Kritik an seinem Essen nehme er weiterhin an, doch die aktuellen Angriffe nennt er ungerechtfertigt und überzogen.

Die Kontroverse hat zwar nicht zur Schließung des Restaurants geführt, doch die Schikane hält an. Ivecen bleibt dabei, einen Ort anzubieten, an dem sich Kulturen durch kulinarische Vielfalt begegnen. Heimat hat weiterhin geöffnet – auch wenn der Besitzer und sein Team weiterhin mit der Feindseligkeit von Kritikern aller Seiten konfrontiert sind.

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