Terrassengebühren in Sachsen-Anhalt: Warum manche Wirte 20-mal mehr zahlen als andere
Gebhard auch SchlauchinTerrassengebühren in Sachsen-Anhalt: Warum manche Wirte 20-mal mehr zahlen als andere
Gastronomie und Cafés in Sachsen-Anhalt zahlen stark unterschiedliche Preise für Außenbestuhlung in der Hauptsaison
Ein neuer Bericht zeigt enorme Unterschiede bei den Gebühren für Terrassenflächen in der Region – manche Städte verlangen mehr als das Zwanzigfache anderer. Die höchsten Abgaben belasten Gastwirte und Cafébesitzer besonders stark.
An der Spitze steht Wernigerode mit den höchsten Terrassengebühren: 1.163 Euro für einen Standardbetrieb. Der deutliche Anstieg geht auf eine Reform aus dem Jahr 2023 zurück, die nicht nur die Preise erhöhte, sondern auch einen Zusatzaufschlag für Bewirtung auf dem zentralen Marktplatz einführte. Es folgen Wittenberg mit 750 Euro und Halle (Saale) mit 700 Euro.
Auch andere Städte erheben überdurchschnittliche Beträge: In Quedlinburg sind es 625 Euro, in Halberstadt und Stendal jeweils 500 Euro. Am anderen Ende der Skala liegt Schönebeck mit nur 52 Euro, gefolgt von Zeitz mit 56 Euro.
Fünf Städte – Merseburg, Sangerhausen, Köthen, Salzwedel und Eisleben – verzichten hingegen komplett auf Terrassengebühren. Der regionale Durchschnitt für die Hauptsaison (Mai bis September) beträgt 328 Euro. Trotz der großen Differenzen hätten die Einnahmen aus diesen Abgaben kaum Auswirkungen auf die Haushalte der Kommunen: Sie machen weniger als 0,05 Prozent der Gesamteinnahmen aus.
Die starken Unterschiede bei den Terrassengebühren belasten die Gastronomie in Sachsen-Anhalt ungleich. Während manche Betriebe nichts zahlen, müssen andere in Wernigerode über 1.000 Euro pro Saison aufbringen. Angesichts des geringen finanziellen Nutzens für die Städte stellt sich die Frage nach der Gerechtigkeit des aktuellen Systems.






