Thyssenkrupp-Aktie stürzt auf 52-Wochen-Tief – Energiekrise belastet den Konzern schwer
Gunda JopichThyssenkrupp-Aktie stürzt auf 52-Wochen-Tief – Energiekrise belastet den Konzern schwer
Der Aktienkurs von Thyssenkrupp ist auf ein neues 52-Wochen-Tief von 7,46 Euro gefallen – ein drastischer Rückgang um fast 44 Prozent gegenüber dem Höchststand im Oktober. Der Industriekonzern ächzt unter der Last stark gestiegener Ölpreise und wachsendem Importdruck.
Die Probleme des Unternehmens haben sich im vergangenen Monat weiter verschärft: Allein in 30 Tagen verlor die Aktie rund 31 Prozent an Wert. Ein Hauptgrund sind die explodierenden Energiekosten – die Nordsee-Ölsorte Brent notiert bei etwa 113 US-Dollar pro Fass, während OPEC-Öl mittlerweile 143 Dollar kostet. Die Preissprünge treiben die Produktionskosten in die Höhe und zwingen Thyssenkrupp zu Einschnitten in seinen französischen Werken, da günstigere Importe den Wettbewerb verschärfen.
Die Energiekrise hat sich seit der Eskalation des Iran-Konflikts im März 2026 weiter zugespitzt. Am 27. März schoss der Brent-Preis kurzzeitig auf 106,72 Dollar hoch – ein Tagesplus von 5,75 Prozent und ein Anstieg um 139,87 Prozent seit Beginn der Krise. Angriffe auf Energieinfrastrukturen und die Blockade der Straße von Hormus, durch die fast 30 Prozent des globalen Ölangebots fließen, halten die Märkte in Atem.
Als Reaktion arbeitet die Bundesregierung an einem Entlastungspaket für Spritpreise und plant, die nationalen Ölreserven anzuzapfen. Bundeskanzler Friedrich Merz stellte zudem den gesetzlich festgelegten Kohleausstieg bis 2038 infrage – ein mögliches Zeichen für politische Kurskorrekturen angesichts der Energienot.
Die finanzielle Belastung von Thyssenkrupp spiegelt die größeren wirtschaftlichen Herausforderungen wider, ohne dass sich kurzfristig eine Entspannung bei den Ölpreisen oder dem Importdruck abzeichnet. Die geplanten Hilfsmaßnahmen der Regierung könnten zwar Linderung bringen, doch die Produktionskürzungen und der Aktienverfall des Konzerns unterstreichen die anhaltenden Folgen der Energiekrise.






