02 April 2026, 00:15

Valentinstag in Brandenburg: Statt Blumen gibt es Protesttänze gegen Gewalt

Eine Gruppe von Menschen, darunter Männer und Frauen, marschiert mit Schildern und Transparenten eine Straße entlang, mit einem Gebäude mit Fenstern im Hintergrund.

Städte nutzen Valentinstag für Aktion gegen Gewalt an Frauen - Valentinstag in Brandenburg: Statt Blumen gibt es Protesttänze gegen Gewalt

Am Valentinstag tauschen Städte in Brandenburg romantische Gesten gegen öffentliche Proteste

In diesem Jahr werden am Valentinstag in ganz Brandenburg romantische Gesten durch öffentliche Kundgebungen ersetzt. Bewohner:innen in Potsdam, Cottbus und anderen Städten versammeln sich, um im Rahmen einer Solidaritätsaktion gegen geschlechtsspezifische Gewalt zu tanzen. Die Veranstaltungen sind Teil der weltweiten One Billion Rising-Kampagne, die seit Jahren am 14. Februar mit Tanz als kraftvollem Statement auf Missstände aufmerksam macht.

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Die Proteste sind bewusst an diesem Tag angesetzt, um die traditionelle Fokussierung des Feiertags auf Liebe infrage zu stellen. Die Organisator:innen kritisieren, dass der Valentinstag oft veraltete Rollenbilder zementiert und die anhaltende Gewalt gegen Frauen und Mädchen überdeckt. In Potsdam treffen sich die Demonstrant:innen am Luisenplatz – mit dabei ist auch Oberbürgermeisterin Noosha Aubel. In Oranienburg findet die Veranstaltung bereits am Montag auf dem Schlossplatz statt.

Die Teilnahme Brandenburgs fällt in eine Zeit, in der die Meldungen zu häuslicher Gewalt einen Fünfjahreshöchststand erreicht haben. Die Polizei verzeichnete 2024 insgesamt 6.790 Fälle – die höchste Zahl seit 2019. Expert:innen warnen, dass die Dunkelziffer weit höher liegt und das wahre Ausmaß der Gewalt damit noch immer unterschätzt wird.

Neben Potsdam wird in Cottbus vor dem Stadthallenvorplatz protestiert, während in Brandenburg an der Havel die Kundgebung bereits am 11. Februar auf dem Neustädtischen Markt stattfindet. Auch Rathenow, Angermünde und Königs Wusterhausen beteiligen sich – ein Zeichen für die breite regionale Unterstützung der Initiative.

Die Aktionen machen die Kluft zwischen den romantischen Idealen des Valentinstags und der bitteren Realität vieler Frauen sichtbar. Angesichts steigender Gewaltzahlen fordern Aktivist:innen dringend wirksame Maßnahmen zum Schutz der Betroffenen. Die Tänze dienen dabei sowohl als Mahnmal für die Opfer als auch als Aufruf zu tiefgreifendem gesellschaftlichem Wandel.

AKTUALISIERUNG

Potsdam's 92 reported crimes against women in 2024 fuel Valentine's Day protests

New police data reveals 92 crimes against women in Potsdam alone in 2024. This figure, not previously disclosed, underscores the local urgency of the One Billion Rising protests. The number highlights the gap between the city's romantic Valentine's Day image and the ongoing violence many women face.