Von Alaaf! bis Narri Narro!: Warum jeder Ort seinen eigenen Karnevalsruf hat
Gebhard auch SchlauchinVon Alaaf! bis Narri Narro!: Warum jeder Ort seinen eigenen Karnevalsruf hat
Die Karnevalszeit bringt bunte Umzüge, aufwendige Kostüme – und eine verwirrende Vielfalt regionaler Rufe mit sich. In ganz Deutschland jubeln die Jecken in jeder Stadt mit ihren ganz eigenen Parolen, vom Rheinland bis nach Schwaben. Manche gehen auf jahrhundertealte Traditionen zurück, andere spielen verspielt mit lokalen Bräuchen oder Insiderwitzen.
Allein in Baden-Württemberg hallen mindestens sechs verschiedene Rufe durch die Straßen. In Mannheim skandieren die Massen Alla Hopp!, während in Weil der Stadt die Fasnetsfans Aha Aha Aha! rufen. Nicht weit entfernt brüllen Landaus Narren Galau!, und in Ravensburg heben die Vereinsmitglieder mit Kolba hoch – Verio! das Glas. Der schwäbisch-alemannische Klassiker Narri Narro! zählt zu den bekanntesten Rufen, doch kleinere Orte setzen eigene Akzente: In Bad Waldsee ertönt Narro Hi, Narro Ho, in Gomaringen dagegen Käsperle – sei still!
In Rheinland-Pfalz klingen die Rufe wieder anders. Der Mainzer Karneval ist untrennbar mit Helau! verbunden, ein Schlachtruf, der auch in anderen Teilen der Region zu hören ist. Hardheims Wölfe – Hujauf und Külsheims Äiwi voul spiegeln lokale Vereinsraditionen wider. Im Rheinland hingegen dominiert das markante Alaaf!, vor allem in Städten wie Köln und Düsseldorf – nur die Gesellschaft in Mönchengladbach-Rheydt setzt auf Puff Puff Puffer! Selbst die Landwirtschaft kommt nicht zu kurz: Breetlook! in Krefeld-Hüls erinnert an den früheren Lauch-Anbau der Region.
Manche Rufe leben von Wortspielen. Esslingens Halli Galli! klingt schon wie ein Fest für sich, und in Monzfeld summt es Welle Baie Summ Summ! – eine verspielte Anspielung auf "wilde Biene summ summ".
Die Rufe variieren je nach Ort, Verein und historischen Eigenheiten. Viele sind fest mit bestimmten Karnevalsgesellschaften verbunden und werden seit Generationen weitergegeben. Für Besucher wird die bunte Mischung aus Helau!, Alaaf! oder Narri Narro! so zu einer Lektion in lokalem Stolz – bei jedem Umzug aufs Neue.






