19 March 2026, 16:41

Wie der Alltag mit AfD-Anhängern Ostdeutschlands prägt und spaltet

Ein detailliertes altes Buchseitenbild mit einer historischen Karte von Leipzig, Deutschland, mit sichtbaren Straßennamen, Gebäuden und Sehenswürdigkeiten.

Wie der Alltag mit AfD-Anhängern Ostdeutschlands prägt und spaltet

Podiumsdiskussion untersucht den Alltag mit AfD-Anhängern im ländlichen Ostdeutschland

Eine Podiumsdiskussion widmet sich den Realitäten des Zusammenlebens mit AfD-Wählern im ländlichen Ostdeutschland. Die vom Klimabuchmesse e.V. organisierte Veranstaltung findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem der Einfluss der Partei in der Region stark zunimmt. Seit der Wiedervereinigung haben wirtschaftliche Not und politische Entfremdung diese Entwicklung vorangetrieben – besonders in Kleinstädten und Dörfern.

Die AfD dominiert mittlerweile weite Teile Ostdeutschlands und verfügt in vielen ländlichen Gebieten über eine absolute Mehrheit. Im Alltag teilen sich die Menschen dort Schulen, Kneipen und Vereine mit AfD-Anhängern – ein Zeichen für die tiefe gesellschaftliche Verankerung der Parteibasis. Expert:innen führen die wachsende Unzufriedenheit auf Jahrzehnte wirtschaftlicher Härten zurück, von Arbeitsplatzverlusten nach der Wende bis zu den Hartz-IV-Reformen von 2005.

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Die Diskussion wird von Futurzwei-Chefredakteur Peter Unfried moderiert. Zu Gast sind die CDU-Politikerin Nora Zabel, die Soziologin Katja Salomo und der Mitbegründer der Grünen, Lukas Beckmann. Sie analysieren, wie Misstrauen gegenüber der traditionellen Demokratie und eine Protestkultur gegen Eliten die Position der AfD gestärkt haben. Zwar spielt Rassismus eine Rolle, doch wie der Soziologe Prof. Steffen Mau betont, erklärt dies allein nicht den 20-Prozent-Punkte-Vorsprung der Partei gegenüber westdeutschen Regionen.

In manchen Gebieten liegt der Wähleranteil der AfD inzwischen bei fast 50 Prozent – Mau warnt jedoch vor der Annahme eines linearen Wachstums. Die politische Polarisierung hat zudem zu Bedrohungen gegen lokale Politiker:innen geführt und belastet das Gemeinschaftsleben zusätzlich. Die Veranstaltung will diese Spannungen und ihre Auswirkungen auf den Alltag aufarbeiten.

Die Diskussion unterstreicht, wie tief die AfD in den ländlichen Gemeinschaften Ostdeutschlands verwurzelt ist. Wirtschaftliche Unsicherheit, politische Entfremdung und soziale Spaltung prägen weiterhin die politische Landschaft der Region. Die Organisator:innen hoffen, dass die Podiumsdiskussion den Dialog über ein Miteinander angesichts dieser Herausforderungen fördert.

Quelle