Wirtschaftsweise Schnitzer fordert Rückkehr zur vollen Mehrwertsteuer im Gastgewerbe
Gunda JopichWirtschaftsweise Schnitzer fordert Rückkehr zur vollen Mehrwertsteuer im Gastgewerbe
Die deutsche Bundesregierung hat zu Jahresbeginn die sogenannte „Beherbergungssteuer“ gesenkt. Nun fordert Monika Schnitzer, Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, die Rückkehr zum ursprünglichen Mehrwertsteuersatz. Ihrer Ansicht nach hat die Regelung nicht, wie beabsichtigt, ländliche Gasthäuser gestärkt, sondern vor allem großen Ketten wie McDonald’s und Burger King genutzt.
Schnitzers Kritik beschränkt sich nicht auf den Gastgewerbesektor. Sie plädiert dafür, alle Subventionen mit verzerrenden Wirkungen abzuschaffen – darunter auch die Steuervergünstigung für Dieselkraftstoff. Die ermäßigte Mehrwertsteuer kostet den Staat jährlich rund 3,4 Milliarden Euro, ein Betrag, der nach ihrer Überzeugung sinnvoller eingesetzt werden könnte.
Die wirtschaftliche Gesamtlage verleiht ihren Warnungen zusätzliche Dringlichkeit. Deutschland lebe über seine Verhältnisse und habe den Infrastrukturausbau jahrelang vernachlässigt, betont Schnitzer. Sie mahnt Investitionen in Instandhaltung und moderne Infrastruktur an, um mit den Fortschritten im Bereich der künstlichen Intelligenz Schritt zu halten. Selbst ein mögliches Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran würde ihrer Einschätzung nach keine wirtschaftliche Erholung garantieren – die Schäden könnten weiterhin bestehen bleiben.
Die Ampelkoalition plant im Rahmen umfassender Reformen den schrittweisen Abbau von Subventionen. Schnitzers Vorschläge unterstreichen die finanzielle Belastung durch die aktuelle Politik und die Notwendigkeit gezielterer Ausgaben. Angesichts wachsender wirtschaftlicher Spannungen dürfte die Debatte über diese Maßnahmen weiter an Fahrt aufnehmen.






