Wolfsburgs italienische Eltern kämpfen für ihre bilingualen Schulklassen
Madlen ScholzWolfsburgs italienische Eltern kämpfen für ihre bilingualen Schulklassen
Wolfsburgs italienische Gemeinschaft kämpft um den Erhalt ihres zweisprachigen Bildungsprogramms
Eine Online-Petition hat in nur vier Tagen bereits über 550 Unterschriften gesammelt. Ziel der Kampagne ist es, zwei italienisch-deutsche Klassen an der Leonardo-da-Vinci-Schule über die fünfte Jahrgangsstufe hinaus zu erhalten.
Die Verbindungen der Stadt zu Italien reichen bis ins Jahr 1962 zurück, als italienische Arbeiter begannen, sich in Wolfsburg niederzulassen. Heute leben dort rund 60.000 Menschen italienischer Herkunft, die das lokale Kultur- und Bildungsleben prägen. Die Leonardo-da-Vinci-Grund- und Gesamtschule bietet seit Langem ein zweisprachiges Programm in Deutsch und Italienisch an – ein Spiegel dieser Tradition.
Nun planen Schulleitung und Stadt, das Angebot zu reduzieren: Ab dem nächsten Schuljahr soll nur noch eine bilingual unterrichtete Klasse fortgeführt werden. Im Schulentwicklungsbericht der Stadt heißt es, dieser Zweig sei der einzige, der unter 70 Prozent Auslastung liege. Doch Befürworter betonen, dass die zweisprachige Bildung für Schüler und Familien nach wie vor von großem Wert sei.
Eltern und Lehrkräfte unterstützen geschlossen die Petition und verweisen auf die Vorteile des bilingualen Lernens. Sie fordern, beide Spezialklassen zu erhalten, um die Zukunft des Programms für jüngere Jahrgänge zu sichern.
Das rasante Wachstum der Unterschriftenliste zeigt, wie stark die Gemeinschaft hinter dem zweisprachigen Bildungsangebot steht. Gelingt die Kampagne, blieben ab der fünften Klasse zwei italienisch-deutsche Klassen erhalten. Die Entscheidung wird nicht nur den Lehrplan der Schule prägen, sondern auch Wolfsburgs langjährige italienische Kulturpräsenz.






