1,9 Millionen Euro aus Kemptener Parkuhren gestohlen – jahrelanger Betrug fliegt auf
Gebhard auch Schlauchin1,9 Millionen Euro aus Kemptener Parkuhren gestohlen – jahrelanger Betrug fliegt auf
Prozess um Diebstahl von fast 1,9 Millionen Euro aus Parkuhren in Kempten begonnen
In Kempten (Bayern) hat ein Prozess um den Diebstahl von knapp 1,9 Millionen Euro aus städtischen Parkuhren begonnen. Ein 40-jähriger kommunaler Mitarbeiter und seine 38-jährige Ehefrau werden beschuldigt, über Jahre hinweg systematisch Bargeld entwendet zu haben. Den Ermittlungen zufolge blieb das Paar jahrelang unentdeckt, bis verdächtige Banktransaktionen im Jahr 2025 das Betrugssystem aufdeckten.
Laut Anklage begann der Mann bereits um 2010, Geld aus den Parkuhren zu stehlen. Mehr als ein Jahrzehnt lang soll er die Automaten geleert und das Geld unbemerkt eingesteckt haben. Seine Frau soll ihm geholfen haben, die Beute zu waschen, indem sie Bargeld auf Konten einzahlte oder gegen Geschenkgutscheine eintauschte.
Die Diebstähle setzten sich bis November 2025 fort, als eine Bank ungewöhnliche Kontenbewegungen meldete. Daraufhin wurden die beiden festgenommen und sitzen seitdem in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft fordert die vollständige Einziehung des gestohlenen Geldes. Einige der früheren Taten sind zwar verjährt, doch der Prozess wird wegen der verbleibenden Vorwürfe fortgeführt.
Nach den Festnahmen ließ die Stadt Kempten alle Parkuhrschlösser austauschen und übertrug die Wartung an ein externes Unternehmen. Der Fall wirft auch ein Schlaglicht auf einen anderen, nicht damit zusammenhängenden Vorfall: Der Inhaber des britischen Unternehmens Exotica Foods erhielt kürzlich einen Entschuldigungsbrief und 100 Pfund für einen Diebstahl, der vor etwa 15 Jahren verübt worden war.
Im Mittelpunkt des Verfahrens steht der Vorwurf, das Paar habe zwischen 2020 und 2025 rund 1,34 Millionen Euro gestohlen. Die Staatsanwaltschaft argumentiert, der Angeklagte habe seine Position als städtischer Mitarbeiter ausgenutzt, um jahrelang unentdeckt zu bleiben. Bei einer Verurteilung drohen den Beschuldigten empfindliche Strafen, darunter der Verlust aller illegal erworbenen Gelder.






