Apothekensterben in Deutschland: Warum immer mehr Standorte schließen müssen
Madlen ScholzApotheken-Protest: Notdienst statt regulärer Öffnung am Montag - Apothekensterben in Deutschland: Warum immer mehr Standorte schließen müssen
Deutschlands Apotheken stehen unter wachsendem Druck, da ihre Zahl weiter sinkt. In den vergangenen zwölf Jahren musste fast jede fünfte Apotheke schließen – als Hauptgrund wird die seit Jahren stagnierende Finanzierung genannt. Nun bereiten sich Apotheker:innen auf Proteste vor, um bessere Vergütungen durchzusetzen.
Noch im Jahr 2013 gab es in Deutschland 20.662 Apotheken. Bis Ende 2025 wird ihre Zahl voraussichtlich auf 16.601 gesunken sein. Einer der Gründe für den Rückgang ist die ausbleibende finanzielle Unterstützung: Die Vergütung für die Abgabe von Medikamenten ist seit 2011 eingefroren. Die aktuelle Pauschale pro Packung liegt bei 8,35 Euro – obwohl sich die Personalkosten und Materialausgaben im gleichen Zeitraum um 65 Prozent erhöht haben.
Die Ampelkoalition hat zwar eine Anhebung auf 9,50 Euro vorgeschlagen, doch bisher gab es keine konkreten Änderungen. Gesundheitsminister René Wilke (SPD) betonte unterdessen, dass alle Notdienstapotheken geöffnet bleiben sollen – selbst wenn viele andere Standorte vor der Schließung stehen.
Am Montag wird es bundesweit zu Protesten kommen: Zahlreiche Apotheken in Brandenburg werden ihre Türen schließen. Mit der Aktion wollen die Apotheker:innen darauf aufmerksam machen, wie veraltet die Vergütungsregelungen sind und dass sie mit der Inflation sowie den steigenden Kosten nicht Schritt halten.
Die Proteste werden zwar die Versorgung der Kundschaft beeinträchtigen, doch die Apotheker:innen halten sie für notwendig, um eine faire Finanzierung zu erkämpfen. Ohne Anpassungen droht der anhaltende Schwund an Apotheken – mit der Folge, dass Patient:innen in vielen Regionen immer weniger vor Ort versorgt werden können.






