Brandenburgs Schulen kämpfen mit historischem Lehrermangel und Rekord-Schülerzahlen
Gebhard auch SchlauchinBrandenburgs Schulen kämpfen mit historischem Lehrermangel und Rekord-Schülerzahlen
Brandenburg steht vor dem schwersten Lehrkräftemangel seiner Geschichte
Mit Beginn des neuen Schuljahres spitzt sich die Lage in Brandenburg dramatisch zu: Nie zuvor war der Lehrermangel so groß wie jetzt. Gleichzeitig erreichen die Schülerzahlen Rekordwerte, während aktuelle Haushaltskürzungen Hunderte Stellen gestrichen haben. Bildungsminister Gordon Hoffmann (CDU), der das Amt erst kürzlich übernommen hat, räumte ein, dass im kommenden Jahr nicht einmal der Pflichtunterricht flächendeckend abgedeckt werden könne.
Schon im laufenden Schuljahr fehlten Lehrkräfte – seit dem zweiten Halbjahr müssen Lehrerinnen und Lehrer eine zusätzliche Stunde pro Woche unterrichten, um die Lücken zu schließen. Offizielle Zahlen zum genauen Ausmaß des Mangels gibt es zwar nicht, doch eine Analyse des FiBS vom März 2026 prognostizierte, dass 6,5 bis 7,5 Prozent der brandenburgischen Lehrkräfte im Schuljahr 2024/25 den Beruf verlassen würden. Ein Trend, der sich auch in Berlin und bundesweit zeigt: Deutschlandweit scheiden jährlich rund 38.000 Pädagogen aus dem Schuldienst aus. Zwar profitierte Brandenburg in den vergangenen 15 Jahren von Zuzug von Lehrkräften, doch mit über 323.000 Schülerinnen und Schülern steigt der Druck auf die Schulen weiter an.
Die Haushaltskürzungen für 2025 verschärfen die Krise zusätzlich: 345 Vollzeitstellen wurden gestrichen. Die Maßnahme löste Proteste unter Lehrkräften aus, die befürchten, dass die Kürzungen die Situation weiter zuspitzen. Hoffmann kündigte zwar Reformen an, um Lese- und Mathematikkompetenzen zu stärken, doch der Mangel bleibt eklatant – besonders in Fächern wie Informatik, wo es in Brandenburg aufgrund fehlenden Personals keinen verpflichtenden Unterricht gibt.
Das Problem beschränkt sich nicht auf Brandenburg: Alle Bundesländer kämpfen mit Lehrkräftemangel. Allein im MINT-Bereich fehlen bundesweit mittelfristig 17.000 Informatiklehrkräfte. Im kommenden Jahr wird der Freistaat nicht nur die höchsten Schülerzahlen seiner Geschichte verzeichnen, sondern auch die größten Personallücken.
Hoffmanns Eingeständnis, dass selbst der Pflichtunterricht nicht mehr vollständig abgedeckt werden kann, unterstreicht das Ausmaß der Herausforderung. Angesichts schrumpfender Lehrkräftezahlen, steigender Schülerzahlen und fehlender Sofortlösungen bereiten sich Brandenburgs Schulen auf ein weiteres schwieriges Jahr vor. Die Kürzungen und der anhaltende Mangel lassen kaum Spielraum für schnelle Abhilfe – selbst wenn Reformen in Aussicht gestellt werden.






