07 April 2026, 22:34

Bühnenarbeiter:innen gründen Gewerkschaft gegen prekäre Arbeitsbedingungen bei 36 Stage XL

Ein Plakat mit Bildern von Cantus Collin und Konrad Junghänel, das Text über das Konzert enthält.

Bühnenarbeiter:innen gründen Gewerkschaft gegen prekäre Arbeitsbedingungen bei 36 Stage XL

Beschäftigte des Berliner Bühnenmanagements 36 Stage XL gründen Gewerkschaftsgruppe für bessere Arbeitsbedingungen

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Mitarbeiter:innen der Berliner Bühnenmanagementfirma 36 Stage XL haben eine Gewerkschaftsgruppe gegründet, um sich für bessere Arbeitsbedingungen einzusetzen. Der Schritt folgt auf Berichte über prekäre Verträge, ausstehende Löhne und unsichere Arbeitsumfelder. Die Beschäftigten fordern nun feste Anstellungen, die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben sowie verbesserte Sicherheitsmaßnahmen.

Vojta C. arbeitete als Bühnenarbeiter für 36 Stage XL und war unter anderem für schwere körperliche Tätigkeiten und den Aufbau von Veranstaltungen in großen Berliner Locations wie der Uber Arena und dem Olympiastadion zuständig. Sein Kollege German Garcia war über einen befristeten Vertrag ohne garantierte Schichten oder Krankenversicherung beschäftigt.

Garcia geriet in finanzielle Not, nachdem er wegen Krankheit Einsätze verpasste – ohne Anspruch auf Lohnfortzahlung. Seine Situation verschärfte sich, als ihm nach einem Streit über ausstehende Löhne die Schichten gekürzt wurden. Ursprünglich als Minijobber eingestellt, kämpfte er mit der in der Veranstaltungbranche weitverbreiteten Unsicherheit.

Ein von der FAU (einer basisdemokratischen anarchosyndikalistischen Gewerkschaft) in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten deutet darauf hin, dass die Arbeitsverträge des Unternehmens gegen deutsches Recht verstoßen könnten. Die neu gegründete Initiative Stage Workers United setzt sich nun für fairere Behandlung ein. Dazu gehören Beratungen zu Arbeitsrechten, Sicherheitsstandards sowie zum Umgang mit Belästigung oder Diskriminierung.

Die FAU plant Verhandlungen mit der Geschäftsführung, um feste Verträge, rechtliche Compliance und stärkere Arbeitsschutzmaßnahmen durchzusetzen. Die Veranstaltungsbranche ist bekannt für prekäre Beschäftigungsverhältnisse – mit wenigen Festanstellungen, hoher körperlicher Belastung und lascher Sicherheitskontrolle.

Der gewerkschaftliche Vorstoß unterstreicht langjährige Missstände in Berlins Bühnenmanagement-Branche. Die Beschäftigten fordern verbindliche Verträge, angemessenen Versicherungsschutz und sichere Arbeitsbedingungen. Die Verhandlungen mit 36 Stage XL könnten richtungsweisend für andere Unternehmen der Branche werden.

Quelle