27 March 2026, 02:30

Chemieindustrie im Umbruch: Lohnerhöhungen und Mega-Fusion verändern den Markt

Plakat mit Text, der zur Unterstützung in einer Krise aufruft, mit einer Skizze auf der linken Seite.

Chemieindustrie im Umbruch: Lohnerhöhungen und Mega-Fusion verändern den Markt

Tiefgreifende Veränderungen prägen die chemische Industrie in Deutschland und weltweit. Ein neuer Tarifabschluss bringt Lohnerhöhungen für Beschäftigte, während eine riesige Fusion einen der größten Kunststoffproduzenten der Welt schafft. Die Schritte erfolgen zu einer Zeit, in der der Sektor mit steigenden Kosten und finanziellen Herausforderungen kämpft.

Gleichzeitig nähert sich die Übernahme von Covestro durch ADNOC ihrem Abschluss: Nach einem deutlichen Kurssturz wurde das Unternehmen inzwischen von der Börse genommen.

Die Gewerkschaft IG BCE und der Arbeitgeberverband BAVC haben sich auf Lohnerhöhungen für Chemiebeschäftigte geeinigt. Die Bezahlung steigt 2027 um 2,1 Prozent, 2028 folgt eine weitere Erhöhung um 2,4 Prozent. Die Einigung kommt, während die Branche mit explodierenden Energiekosten und hartem globalen Wettbewerb ringt. Das Ifo-Institut warnt unterdessen vor weiteren Produktionskürzungen und Stellenabbau im Jahr 2026.

Fusion schafft Plastik-Riesen In einem separaten Schritt haben ADNOC und OMV die Unternehmen Borealis, Borouge und Nova Chemicals zur neuen Borouge Group International (BGI) zusammengeschlossen. Das von CEO Roger Kearns und Vertriebsvorstand Stefan Doboczky geführte Unternehmen wird künftig als viertgrößter Kunststoffhersteller der Welt gelten. Covestro soll nach Abschluss der Fusion Ende März 2026 ebenfalls Teil dieser Gruppe werden.

ADNOCs Squeeze-out-Angebot für Covestro wurde am 20. März eingereicht – die Aktie notierte zuletzt bei 59,54 Euro, knapp über dem Angebotspreis von 59,46 Euro. Der Börsenwert des Unternehmens war von 14,7 Milliarden Euro Ende 2025 auf rund 12,4 Milliarden Euro Anfang 2026 gesunken. Schlechte Jahresergebnisse 2025, darunter ein Rückgang des EBITDA um 30,9 Prozent auf 740 Millionen Euro und ein Nettoverlust von 644 Millionen Euro, hatten zu diesem Verfall beigetragen. Da die mit ADNOC verbundene XRG mittlerweile über 95 Prozent der Anteile hält, wurde Covestro von der Börse genommen – die Übernahme befindet sich nun in der finalen Phase.

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Die Bewertung Covestros bleibt stark von den Übernahmebedingungen geprägt, was sich in einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 98,3 für 2026 widerspiegelt.

Branche im Umbruch Die chemische Industrie durchläuft eine Phase grundlegender Umstrukturierung. Während Lohnerhöhungen die Beschäftigten entlasten sollen, bleibt der Sektor unter finanziellen Druck und drohenden Stellenstreichungen. ADNOCs Fusion und die Börsenabgabe Covestros markieren eine bedeutende Verschiebung in der globalen Kunststoffproduktion – mit BGI als künftigem Schwergewicht. Der Abschluss der Übernahme wird den Übergang Covestros in die neue Unternehmensgruppe besiegeln.

Quelle