Deutsche Bank und BII starten 150-Millionen-Programm für Afrikas Handelsfinanzierung
Ida BlochDeutsche Bank und BII starten 150-Millionen-Programm für Afrikas Handelsfinanzierung
Deutsche Bank startet mit British International Investment 150-Millionen-Dollar-Risikoteilungsprogramm für Afrika
Die Deutsche Bank hat sich mit der British International Investment (BII) zusammengeschlossen, um ein Risikoteilungsprogramm im Volumen von 150 Millionen US-Dollar auf den Weg zu bringen. Die Initiative richtet sich an unterversorgte afrikanische Märkte, die unter einem schweren Mangel an Handelsfinanzierungen leiden. Kleinere Volkswirtschaften wie Sambia, Äthiopien und Ruanda kämpfen seit Langem mit chronischen Finanzierungslücken in diesem Bereich.
In einer weiteren Personalentscheidung hat Gerald Podobnik die Position des Co-Leiters des globalen Firmenkundengeschäfts der Deutschen Bank übernommen. Er löst Ole Matthiessen ab und wird die Sparte künftig gemeinsam mit Michael Diederich führen.
Das neue Programm basiert auf einer unfunded risk participation-Vereinbarung, also einer nicht kapitalgedeckten Risikobeteiligung. Im Rahmen dieser Kooperation übernimmt die BII die Rolle eines finanziellen Rückhaltes für lokale Partner der Deutschen Bank. Diese Institute stellen kurzfristige Handelsfinanzierungen bereit und helfen Unternehmen dabei, Importe abzusichern und Lieferketten aufrechtzuerhalten.
Die Partnerschaft markiert die erste formelle Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Bank und der BII. Sie erfolgt zu einer Zeit, in der viele internationale Banken ihr Afrika-Geschäft zurückfahren. In den vergangenen Jahren haben mindestens zehn große Geldhäuser – darunter Standard Chartered, Barclays, BNP Paribas, Société Générale und Citigroup – ihre Aktivitäten in Ländern wie Südafrika, Nigeria, Kenia, Ghana und Kamerun reduziert oder sich vollständig zurückgezogen.
Laut Schätzungen der Afrikanischen Entwicklungsbank klafft auf dem Kontinent eine jährliche Handelsfinanzierungslücke von 100 Milliarden US-Dollar. Viele Unternehmen in kleineren Märkten sind aufgrund begrenzter Finanzierungsmöglichkeiten gezwungen, auf Bargeschäfte auszuweichen. Das neue Programm zielt darauf ab, diese Liquiditätsengpässe zu mildern, indem es den Zugang zu Krediten erleichtert.
Unterdessen notiert die Aktie der Deutschen Bank aktuell bei 25,80 Euro – rund 14 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt, was die jüngste Marktentwicklung widerspiegelt.
Die 150-Millionen-Initiative konzentriert sich darauf, die Handelsliquidität in Afrikas am stärksten vernachlässigten Regionen zu stärken. Durch die Bereitstellung eines finanziellen Sicherheitsnetzes soll das Programm lokalen Unternehmen den Übergang von Bargeschäften erleichtern. Deutsche Bank und BII werden gemeinsam den Zugang zu kurzfristigen Finanzierungen für Importe und Lieferketten ausbauen.