Geflüchtete in Hamburg: Wie ein Willkommensessen Hoffnung auf ein neues Zuhause schenkt
Madlen ScholzGeflüchtete in Hamburg: Wie ein Willkommensessen Hoffnung auf ein neues Zuhause schenkt
Ein türkisches Paar in Hamburg erlebte kürzlich ein "Willkommensessen", um mit Einheimischen in Kontakt zu kommen und die eigene Kultur zu teilen. Sevgi und Kadir, die vor zweieinhalb Jahren aus der Türkei flohen, brachten selbstgemachten Börek zu dem Treffen im Haus von Laura Trager mit. Die Veranstaltung sollte in lockerer Atmosphäre Freundschaften knüpfen – ein Beispiel für die anhaltenden Bemühungen der Stadt, Geflüchtete zu unterstützen.
Sevgi und Kadir kamen nach Deutschland, nachdem Kadir, ein Elektroingenieur, in der Türkei politischer Verfolgung ausgesetzt war. Seit eineinhalb Jahren leben sie in Hamburg, teilen sich mit anderen Geflüchteten eine Unterkunft und suchen verzweifelt nach einer eigenen Wohnung. Trotz der schwierigen Wohnsituation haben sich ihre beiden Söhne gut eingelebt: Sie besuchen örtliche Schulen und finden sich zunehmend im Stadtleben zurecht.
Aktuell nehmen die beiden an einem C1-Deutschkurs teil, in der Hoffnung, ihre Sprachkenntnisse zu verbessern und bald wieder arbeiten zu können. Die Teilnahme am "Willkommensessen" – eine Initiative eines Hamburger Vereins, inspiriert von einem schwedischen Modell – bot ihnen die Gelegenheit, Einheimische wie Laura Trager kennenzulernen. Solche Treffen, die während der Flüchtlingswelle 2015 noch häufig stattfanden, werden heute etwa 20- bis 30-mal im Jahr organisiert.
Der Abend endete mit herzlichen Abschieden, und Kadir lud Laura und ihren Mann ein, sie zu besuchen, sobald die Familie eine feste Bleibe gefunden hat. Ihr größter Wunsch bleibt eine eigene Wohnung – ein Schritt, der nach Jahren der Unsicherheit endlich Stabilität bringen würde.
Die "Willkommensessen"-Initiative fördert weiterhin Begegnungen zwischen Neuankömmlingen und Hamburgerinnen und Hamburgern, bei denen gemeinsam gegessen und sich ausgetauscht wird. Die Organisator:innen betonen, wie wichtig solche informellen Treffen sind: Hier können Menschen auf Augenhöhe am Küchentisch Erfahrungen teilen.
Sevgis und Kadirs Geschichte zeigt sowohl die Herausforderungen als auch die kleinen Erfolge des Lebens als Geflüchtete in Hamburg. Ihr Engagement in Sprachkursen und Gemeinschaftsveranstaltungen beweist ihren Willen, sich ein neues Leben aufzubauen. Gleichzeitig spiegelt die abnehmende Zahl der "Willkommensessen" seit 2015 einen allgemeinen Rückgang des öffentlichen Engagements wider.






