Grüner Wirtschaftsflügel fordert 2-Prozent-Vermögenssteuer für Superreiche ab 100 Millionen Euro
Madlen ScholzGrüner Wirtschaftsflügel fordert 2-Prozent-Vermögenssteuer für Superreiche ab 100 Millionen Euro
Karl Haeusgen, Co-Vorsitzender des Wirtschaftsflügels der Grünen, hat eine neue Vermögenssteuer für Deutschlands Superreiche vorgeschlagen. Der Plan sieht eine jährliche Mindestabgabe von etwa 2 Prozent auf Vermögen über 100 Millionen Euro vor. Haeusgen argumentiert, dass die Maßnahme helfen würde, Kürzungen bei Sozialleistungen auszugleichen, während sie gleichzeitig den sozialen Zusammenhalt und die wirtschaftliche Stabilität stärkt.
Haeusgen, der auch Miteigentümer eines mittelständischen Unternehmens mit einem Umsatz von rund 500 Millionen Euro ist, könnte von der geplanten Steuer selbst betroffen sein. Um die Akzeptanz zu fördern, schlug er vor, dass Steuerzahler inländische Kapitalertrags- und Einkommensteuern mit der Vermögenssteuer verrechnen können.
Der Steuersatz von etwa 2 Prozent pro Jahr wäre so konzipiert, dass das Vermögensstammkapital selbst bei deutlichem Vermögenswachstum nicht angegriffen wird. Haeusgen ist überzeugt, dass dieser Ansatz Fairness gewährleistet, ohne wirtschaftliche Anreize zu schwächen.
Seit Mitte 2025 leitet Haeusgen gemeinsam mit Marie-Luise Wolff den Wirtschaftsverband der Grünen. Die Gruppe will enttäuschte Anhänger der Freien Demokratischen Partei (FDP) sowie unabhängige Unternehmer mit ökologischen Anliegen ansprechen. Vor dieser Position war er von 2020 bis 2024 Präsident des konservativen Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA).
Haeusgen kritisierte zudem die Politik der Regierung bei den steigenden Spritpreisen. Er bezeichnete die pauschale Senkung der Mineralölsteuer als "Gießkannenprinzip" und plädierte stattdessen für gezieltere Lösungen.
Die geplante Vermögenssteuer würde nur die größten Vermögen in Deutschland betreffen. Sollte sie umgesetzt werden, könnte sie die Steuerpolitik neu gestalten und gleichzeitig die wirtschaftliche Ungleichheit verringern. Haeusgens Vorschlag zeigt den Versuch, unternehmerische Interessen mit progressiver Finanzreform in Einklang zu bringen.






