Gysi bekommt scharfe Kritik von migrantischen Linksautonen - Gysi löst mit Antisemitismus-Debatte neuen Linkspartei-Skandal aus
In der Linkspartei ist ein neuer Streit über Antisemitismus und Migration entbrannt. Der ehemalige Fraktionsvorsitzende Gregor Gysi sieht sich nun mit Vorwürfen konfrontiert, "rassistische Narrative" verbreitet zu haben – ausgelöst durch ein kürzlich geführtes Interview. Der Konflikt folgt auf den Austritt eines Parteimitglieds nach einem umstrittenen Antrag zu Israel.
Auslöser der Auseinandersetzung war ein Gespräch Gysis mit Focus über den wachsenden Antisemitismus in der Linkspartei. Darin deutete er an, einige neue Mitglieder mit "spezifischem Migrationshintergrund" hätten "falsche Ansichten über Israel", die er zwar grundsätzlich begrüße, die aber seiner Meinung nach die Spannungen über die Haltung der Partei zum Gaza-Krieg schüren würden. Seine Äußerungen lösten scharfe Kritik aus, unter anderem von über 200 Parteimitgliedern, darunter der Arbeitsgemeinschaft Migrantische Linke, die ihm vorwarfen, Migrant:innen pauschal zu stigmatisieren.
Erst diese Woche trat Brandenburgs Antisemitismus-Beauftragter, Andreas Büttner, aus der Partei aus. Sein Rückzug erfolgte, nachdem ein lokaler Verband einen Antrag verabschiedet hatte, der "real existierenden Zionismus von heute" verurteilte und die israelische Regierung des "Völkermords" und der "Apartheid" bezichtigte. Der Beschluss vertiefte die Gräben innerhalb der Partei in der Israel-Politik.
Parteichef Jan van Aken kritisierte Gysis Aussagen und argumentierte, Antisemitismus werde nicht primär "importiert", sondern sei ein gesamtgesellschaftliches Problem. Er forderte Gysi auf, sich mit der Migrantischen Linken auszutauschen und sich bei Migrant:innen sowie jüngeren Mitgliedern zu entschuldigen. Der Streit markiert ein weiteres Kapitel im langjährigen inneren Richtungsstreit der Linkspartei über Israel und den Gaza-Krieg.
Die Partei bleibt in der Frage des Antisemitismus und ihres Umgangs mit Israel tief gespalten. Gysis Äußerungen haben die Kritik von Migrantengruppen und Parteiführungen weiter verschärft. Die Forderungen nach Dialog und einer Entschuldigung deuten darauf hin, dass der Konflikt noch lange nicht beigelegt ist.






