Hettich-Mitarbeiter verzichten freiwillig auf Gehaltserhöhung – um das Unternehmen zu retten
Gebhard auch SchlauchinHettich-Mitarbeiter verzichten freiwillig auf Gehaltserhöhung – um das Unternehmen zu retten
Tausende Mitarbeiter des Möbelzulieferers Hettich haben sich bereit erklärt, eine geplante Gehaltserhöhung zu verschieben. Die Entscheidung fällt nach einem Vorschlag des Unternehmens, die Erhöhung um ein Jahr aufzuschieben – begründet mit finanziellen Schwierigkeiten. Über 90 Prozent der Belegschaft stimmten dem Angebot zu; betroffen sind rund 2.000 Beschäftigte.
Die Gehaltsanpassung, ursprünglich für den 1. April vorgesehen, war Teil einer Tarifvereinbarung mit der Gewerkschaft IG Metall. Darin war eine Erhöhung von 3,1 Prozent festgelegt. Hettich beantragte jedoch eine einjährige Verschiebung, um Kosten zu sparen, und argumentierte, dass das Unternehmen dadurch mehrere Millionen Euro einsparen könne.
Beschäftigte, die der Verzögerung zustimmten, verzichten in den kommenden zwölf Monaten auf insgesamt über 1.000 Euro. Die IG Metall kritisierte die Entscheidung scharf und warf Hettich vor, massiven Druck auf die Belegschaft ausgeübt zu haben, um die Zustimmung zu erzwingen. Das Unternehmen wies diese Vorwürfe zurück und betonte, es habe vollständige Transparenz gewährt und den Mitarbeitern eine freie Wahl ermöglicht.
Die Verschiebung tritt nun in Kraft: Die Gehaltserhöhung wird auf April 2025 verlegt. Hettich hält die Maßnahme für notwendig, um die finanzielle Stabilität des Unternehmens zu sichern. Für die meisten Beschäftigten bedeutet dies, dass sie ihre höheren Löhne ein Jahr später als geplant erhalten.






