26 March 2026, 00:33

Kulturminister Weimer in der Kritik: Warum seine Entscheidungen polarisieren

Schwarze und Wei├če Titelseite einer deutschen Zeitung vom 13. November 1939 mit der ├ťberschrift "Weitpreubliche Zeitung" und einem Foto von Menschen in traditioneller deutscher Tracht beim Feiern.

Kulturminister Weimer in der Kritik: Warum seine Entscheidungen polarisieren

Wolfram Weimer, der Staatsminister für Kultur und Medien, sieht sich wachsender Kritik an einer Reihe umstrittenener Entscheidungen ausgesetzt. Seine Maßnahmen haben Proteste von Literaturorganisationen, Gruppen von Holocaust-Überlebenden und politischen Gegnern ausgelöst. Trotz der massiven Rückschläge haben Bundeskanzler Olaf Scholz und CDU-Chef Friedrich Merz ihn öffentlich unterstützt.

Weimers jüngste Schritte stoßen auf breite Verurteilung. Er sagte die Verleihung des Deutschen Buchhandlungspreises ab und schloss drei linksgerichtete Buchhandlungen von der Auszeichnung aus – mit Verweis auf Bedenken des Verfassungsschutzes. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels reagierte mit scharfer Kritik und bezeichnete seine Entscheidungen als unbegründet.

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Auch Überlebendenverbände des Konzentrationslagers Buchenwald-Dora meldeten sich zu Wort. Die Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora und Kommandos sowie die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten forderten ihn auf, als Redner bei der Gedenkveranstaltung zur Befreiung des Lagers am 12. April zurückzutreten. In einem offenen Brief warfen sie ihm mangelnde Sensibilität gegenüber Überlebenden vor, insbesondere nachdem er wiederholt Heinrich Heines Zeile zitiert hatte: "Die Taufurkunde ist der Eintrittsschein zur europäischen Kultur." Kritiker deuteten dies als Ausschluss nicht-christlicher Holocaust-Überlebender.

Für weitere Kontroversen sorgte Weimer, als er den Bau der Erweiterung der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig stoppen ließ. Medienberichten zufolge versuchte er zudem, Tricia Tuttle, die Leiterin der Berlinale, abzulösen – eine offizielle Bestätigung dafür gibt es jedoch nicht.

Trotz der Empörung genießt Weimer weiterhin politische Rückendeckung. Kanzler Scholz verteidigte ihn und betonte, viele seiner Kulturpolitiken fanden breite Zustimmung. Auch Friedrich Merz erklärte im Bundestag sein Vertrauen in Weimer – räumte jedoch ein, dass ein Kulturminister stets eine polarisierende Figur bleibe.

Die Auseinandersetzungen zeigen, wie tief die Gräben in der Bewertung von Weimers Kulturpolitik sind. Seine Entscheidungen haben wichtige Gruppen verprellt, doch seine Position scheint vorerst gesichert. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Kritik zu Kurskorrekturen führt – oder die Konflikte weiter eskalieren.

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